Willkommen im Foodblog!


Kulinarik, Schlemmereien & Leckereien!


Teils selbst gekocht, gebacken oder gegrillt...
...teils in Gaststätten, Restaurants oder Kneipen verzehrt!

Montag, 23. März 2026
Wirtshaus Christoffel
Erfurt (D)

Durch die Empfehlung eines guten Freundes sind wir heute Mittag in Erfurt (D) im Wirtshaus Christoffel gelandet.

Das älteste Wirtshaus der Stadt, welches ursprünglich im 12. Jahrhundert als Zoll- und Wachhaus erbaut und später zur Bierbrauerei umfunktioniert wurde, schenkt hier seit über 600 Jahren Bier aus.

Das Ambiente im Innern des Gastraumes ist eher düster gehalten, altertümlich und mittelalterlich wirkt alles sehr autentisch. Selbst das Personal begrüsst einem mit einem "Gegrüsset seid Ihr!" und Cola heisst hier nicht Cola sondern "braunes Wasser". Die Speisekarte, die Aufmache und selbst die Gefässe in welchen, die Getränke serviert werden passen wie die Faust aufs Auge.

Wenn man ein Schild mit dem Wort Toiletten sucht, wird man nicht fündig werden, im Christoffel geht es die Treppe runter "zum Donnerbalken".

Kurzum: Mittelalterliches Ambiente und eine grosse Portion Humor vereinen sich hier zu einem perfekten Lokal.

Stéphi hat sich etwas von der Rubrik "kleiner Schmaus" bestellt, nämlich ein Hähnchenschnitzel mit Pommes und Salat. Bei mir musste es natürlich die herzhafte Rinderroulade mit den typischen Thüringer Klössen sein.

Die Teller waren gross und die Portionen waren üppig genug um diese gut zu füllen. Der Kloss alleine war fast so gross wie ein Handball und die Rinderroulade sah aus, als hätte sie vorher drei ihrer Artgenossen gefressen. 

Der "kleine Schmaus" von Stéphi beinhaltete zwei ganze Hähnchenbrüste, paniert und mit einer ordentlichen Hand voll Pommes. Es ist selbstredend, dass ich ihr leider Gottes auch noch helfen musste bei dem knusprigsten Hähnchen, dass ich je gegessen habe.

Alles in allem haben wir für diese zwei Mahlzeiten, ein alkoholfreies Weizen und eine grosse Cola - Entschuldigung, ein grosses braunes Wasser - gerade mal 45.50 Euro bezahlt. Natürlich gab es für einene solchen Gaumenschmaus einen guten Obulus oben drauf!

Dienstag, 12. August 2025
Rocksalt Café
Edinburgh (SCO)

Was darf hier in Schottland oder allgemein im United Kingdom niemals fehlen? Richtig, das Frühstück!

Gestern versuchte ich die erste Version davon und heute im Rocksalt Café in der Nähe des Hafens von Edinburgh (SCO) gleich noch einmal.
Gestern war es gut, heute war es fantastisch!

Baked Beans, also weisse Bohnen in einer Art süssen Tomatensosse, gegrillte Champignons und Tomaten. Gebratener Kochschinken, Würstchen vom hiesigen Metzger und eine Art Kartoffelbrot. Dazu gab es ein Spiegelei und getoasteted Brot. Im Gegensatz zu den meisten Cafés und Hotels aber nicht einfach normalen Weissmehl-Toast sondern Sauerteigbrot! Das war ja mal sowas von köstlich.

Jetzt zu dem Teil, welches ein Scottish Breakfast von einem English Breakfast unterscheidet: Haggis und Blood Pudding.

Haggis ist ein kleines Tier, welches in den Highlands wohnt und nur von Oktober bis November gejagt werden darf, es versteckt sich gerne in seinem kleinen Bau uns ist eine absolute Delikatesse...
...das wird zumindest ahnungslosen Touristen oft erzählt um sie an das Schottische Nationalgericht heranzuführen.

Ursprünglich ist Haggis aber ein mit Innereien und Hafer gefüllter Schafsmagen. Heute wird das Ganze aber leider kaum noch traditionell angeboten. Der Schafsmagen ist heute meist ein Kunstdarm und auch die Füllung ist etwas Massentauglicher geworden.

Ich habe dieses Gericht schon vor einigen Jahren mal probiert hier und bin ehrlich: Es ist sehr lecker, man merkt so gut wie nichts von Innereien oder Schafgeschmack. Wieso? Das Zeug ist dermassen stark gewürzt - vorallem mit Pfeffer - dass man den vielen Leuten vielleicht unangenehmen Geschmack von Innerein einfach übertüncht.

Ich mag es und laut unserem Guide gestern mögen es etwa 80% aller Leute, auch wenn sie vorher vielleicht die Nase rümpfen.

Zweiter Schottischer Teil: Blood Pudding, also Blut Pudding. Ganz ehrlich, es hat nichts mit Pudding zu tun, es ist schlicht und ergreifend eine Art Blutwurst, wiederum mit Haferflocken gestreckt. Sie wird in Scheiben geschnitten und stark angebraten.

Schmeckt es nach Blut, also metallisch? Nicht wirklich, eher süsslich und herzhaft zugleich und auch diese Spezialität mag ich sehr gerne.

Übrigens, gestern nach dem Frühstück um 09:00 Uhr morgens hatte ich den ganzen Tag über keinen Hunger mehr, meine nächste Mahlzeit war heute um 09:30 Uhr.

Kleiner Tipp also am Rande: Wenn ihr in Schottland ein richtiges Breakfast bestellt - und das kann ich jedem, der nicht gerade Vegetarier ist empfehlen - verzichtet aufs Mittagessen, diese Portionen haben gut und gerne um oder über 2000kcal.

Zweiter gratis Tipp: Wenn ihr gerne guten Kaffee trinkt, bleibt zu Hause oder bestellt euch zumindest keinen "Americano". Wenn ihr gerne abgestandene braune Flüssigkeiten mögt, dann nur zu! Ansonsten empfehle ich, bestelle euch einen Espresso oder Macchiato, das kommt hier einem echten Kaffee am nächsten.

Montag, 16. Juni 2025
Multikulti vom Campinggrill
Nähe Luxemburg (L) - selbstgekocht / -gegrillt

Unglaublich, aber wir verbringen heute unsere zweitletzte Nacht im Ausland...
8 Wochen quer durch Europa, erst kam es mir vor als wären wir gefühlt für immer weg, doch die zweite Hälfte verging wie im Flug. 
Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, als wir gestartet sind, aber es scheint mir als wäre es gestern gewesen, als wir am Nordkap (N) ankamen, und das ist über 4 Wochen her.

Naja, wir sind jetzt also quasi dabei alles essbare, was noch so da ist zu verwerten und dazu legte ich heute mal folgende Zutaten zusammen:

Kartoffeln aus Schweden, Karotten aus Dänemark, Schnittlauch aus Deutschland und Rindersteak aus Frankreich... dazu ein Apfelwein von unseren Freunden aus Hessen (D), zubereitet in der Nähe der von Luxemburg in Luxemburg... etwas verwirrend, wenn Land und Hauptstadt denselben Namen tragen.

Ich entschied mich die Kartoffeln in Salzwasser zu kochen und sie danach etwa 5 Minuten auskühlen zu lassen, bevor ich sie mit einer Tasse flachdrückte. 
Wozu? - Schale aufbrechen und mehr "Angriffsfläche" fürs spätere anbraten generieren. Wichtig hier: junge, kleine, festkochende Kartoffeln nehmen.

Nebenbei wurden die Karotten schonmal in etwas Gemüsebrühe halbgar gekocht.

Als die Kartoffeln fast ganz ausgekühlt waren und somit einiges an Dampf verloren hatten - dadurch werden sie poröser und beim braten noch knuspriger - kam der Grill ins Spiel.

Ein letztes mal schmissen wir dieses altehrwürdige Teil an und beluden es oben mit einer Bratpfanne, um die Kartoffeln in Olivenöl goldbraun anzubraten und einem kleinen Topf für die Karotten, welche mit einem weiteren Schluck Wasser, etwas Zucker, Salz und getrockneten Kräutern aus Italien durchgeschmort und karamellisiert wurden.

In Luxemburg brutzelte unten also das französische Steak vor sich hin. Dazu hatten wir noch Kräuterbutter aus der Schweiz, hergestellt durch Stéphis Mama. Die schwedischen Kartoffeln, welche aussen schön kross und innen samtig weich gegart waren, wurden mit etwas frischem deutschen Schnittlauch verfeinert und die karamellisierten dänischen Karotten dufteten herrlich nach italienischen Kräutern.

Mehr Multikulti geht nicht und geschmeckt hat es HERVORGLÄNZEND!

Donnerstag, 22. Mai 2025
Nordschwedisches "Brot" mal anders
Nähe Kiruna (S) - selbstgekocht

Am ersten Tag in Schweden begegnete mir im Supermarkt eine Packung mit sehr dünnem, sehr hellem, in grossen viereckigen geformten Fladenbrot.

Das Ganze wird laut Zutatenliste aus Weizenmehl und Roggenmehl, sowie Roggensauerteig hergestellt und ist wohl typisch für den Norden.

Nach dem ersten Happen bemerkte ich schnell, dass das Ganze mehr oder weniger nach nicht viel schmeckt, dazu sehr wenig Biss hat.

Die Schweden essen das wohl oft mit einer Art Frischkäseaufstrich, Fischcreme aus der Tube oder Quark. 

Da ich aber etwas nahrhafteres machen wollte, entschied ich mich zu einer Art Wrap. Anstatt dem vielleicht eher klassischen Hähnchenfilet hatte ich noch Rindersteak mit Pfefferkruste da und als Gemüsekomponente jungen Brokkoli.

Erst wurde der Brokkoli in Olivenöl etwas angeröstet um ihn dann in heisser Gemüsebrühe etwas ziehen zu lassen. Unterdessen habe ich das Fleisch zartrosa gebraten und fertig war das Ganze eigentlich schon.

Auf das "Brot" kam eine Schicht Frischkäse, darauf der Brokkoli und die Rindfleischstreifen. Zusammengerollt zu einem Wrap und diagonal aufgeschnitten sah das echt genial aus.

Und wie schmeckte es:
Super! Das Cremige vom Frischkäse, der knackige frische Brokkoli mit den leichten Röstaromen und dem Geschmack vom Olivenöl. Dazu das zarte Fleisch mit der herben Pfeffernote.

Traditionelles nordisches Brot mit moderner Schicki-Micki Küche in super schnell und super einfach und super lecker!

Freitag, 16. Mai 2025
Meine Version eines Bidus - traditionell samischer Rentiereintopf mit Gemüse und Kartoffeln
Nähe Kittilä (FIN) - selbstgekocht

Die Ureinwohner der nördlichsten finnischen Landschaft Lappland, den nördlichsten Teilen Skandinaviens und Russlands, die Samen leben seit hunderten von Jahren mit und von einem einzigartigen Tier, dem Rentier.
Sie gelten als die besten Rentierhirten der Menschheit und nutzen diese bis heute einzige domestizierte Hirschart für Nahrung, Behausung und Kunsthandwerk.

Inspiriert durch dieses Volk wollte ich heute einmal einen sehr traditionellen und einfachen aber schmackhaften Eintopf ausprobieren, natürlich ein wenig variiert, ohne das Gericht zu sehr zu verändern.

Der traditionelle Bidus enthält nebst Rentierfleisch, Karotten und Kartoffeln. Ich habe das Ganze mit den hier ebenfalls beliebten Steckrüben und ein wenig Pastinake erweitert und es am Schluss mit einem Hauch Petersilie verfeinert.


Die Zutaten bleiben simpel und regional:

300g Rentiergeschnetzeltes (nur TK erhältlich, weil traditionell die Schlachtung im Herbst stattfindet)
2 Karotten, 1/2 Zwiebel, 3 kleinere Kartoffeln, 80g Steckrübe, 50g Pastinake und ein "Zweig" Petersilie.
Gewürze: Salz & Pfeffer

DAS WARS!

Erst werden die gehackten Zwiebeln in etwas Fett angedünstet - da die Samen vor allem Rentierfett benutzen und ich das nicht zur Hand hatte, benutzte ich einfache Butter und einen Spritzer Sonnenblumenöl.

Nach 2-3 Minuten kommt das in Stücke geschnittene Gemüse dazu, alles wird gewürzt und nach kurzer Zeit mit etwas Wasser abgelöscht.
Nun darf alles für 20-30 Minuten (oder bis die Kartoffeln weich sind) schmoren.

Geschnitten wurde das Gemüse übrigens mit meiner neuster Errungenschaft:
Einem traditionell in Handarbeit hergestellten Stahlmesser mit einem Griff aus Holz und Rentiergeweih.


Kurz vor Ende werden die hier sehr dünn geschnittenen Rentierfleischteile separat angebraten und wandern zum Gemüse und dem Sud in den Topf.
5 Minuten (ohne zusätzliche Hitzezufuhr!) ziehen lassen, Petersilie darüberstreuen und fertig!

Ich gebe zu, am liebsten hätte ich diesen Eintopf über offenem Feuer in einem grossen Topf zubereitet, so wie es die Samen wahrscheinlich schon vor 1000 Jahren gemacht haben. Da das hier nicht möglich war begnügte ich mich mit dem Gasherd im Camper.

Ich habe selten einen so einfachen und doch so schmackhaften Eintopf gegessen. Genau das Richtige an einem eiskalten Wintertag, den wir zwar nicht hatten, aber ich konnte es mir direkt vorstellen...

Eine tolle Mischung aus weichem Gemüse, schmackhafter Rübe, zarten Kartoffeln und tollem Wildfleisch, dessen Geschmack einzigartig und einfach köstlich ist!

Mama, falls du das liest...
Falls ich mal wieder mitkomme zum Skifahren und du etwas kochen willst:
Ich will nach einem ausgiebigen, kalten und anstrengenden Skitag nie wieder was anderes als DAS essen!

Mittwoch, 14. Mai 2025
Rinderfiletmedaillons mit Champignon-Sahne-Sosse, Bierlauch und Fettuccini
Nähe Himanka (FIN) - selbstgekocht

Da es heute sehr windig ist, war es keine Option den Campinggrill zu nutzen, der hat es nicht so mit zu viel Wind. Also wurde heute im Wohnmobil drin gekocht.

Der Plan - siehe Titel - begann damit, den Lauch in feine Ringe und die Champignons in Scheiben zu schneiden. Dazu wurde noch eine halbe Zwiebel gehackt und es konnte bereits ans Kochen gehen...
...wobei, ich bemerkte eine kleine Ungereimtheit:

Ich hatte Fleisch, Sosse, Gemüse und Nudeln, also vier Pfannen.
Nun im Wohnmobil haben wir zwei Gasherdplatten...
Gut habe ich noch den Elektrodualherd von Mama dabei und die Sicherung hier am Campingplatz ist mit 16A stark genug, um den auch noch zu nutzen. Zugegeben es wurde etwas eng, aber es ging!

Erst wurden die Zwiebeln in etwas Öl und Butter angedünstet und anschliessend die Champignons dazugegeben. Derweil wurden die Lauchringe auch langsam glasig und anschliessend mit etwas Bier - Staropramen aus Prag (CZ) - abgelöscht.
WICHTIG: Den Rest des Bieres nicht weg-, sondern in den Koch schütten!
Anschliessend wurden die Champignons mit Sahne abgelöscht und durften ein wenig vor sich hin köcheln.

Während das Nudelwasser zu kochen begann, hatte ich etwas Zeit die Sosse und das Lauchgemüse bereits abzuschmecken. Die Sosse erhielt ein paar getrocknete Kräuter und geräuchertes Paprikapulver - ja ich gebe zu hier verwende ich oft dieselben Gewürze, da ich nicht all meine drölfzigtausend Fläschchen, Pülverchen und Beutelchen mitnehmen konnte.

Das Fleisch wurde erst scharf in Olivenöl angebraten und anschliessend auf kleiner Flamme mithilfe von einem ordentlichen Klecks Butter gar gezogen.

Alles zusammen angerichtet sah nicht nur gut aus, sondern schmeckte auch herrlich! Im Wohnmobil definitiv nicht ein Standardmenu, doch der Mehraufwand hat sich gelohnt...
...bis auf den Abwasch, der war leider auch ein wenig aussergewöhnlicher als sonst. 

Dienstag, 13. Mai 2025
Rib-Eye Steak vom Grill mit Baba Ganoush auf Kartoffelbrot
Nähe Pori (FIN) - selbstgekocht / -gegrillt

Heute war mir mal wieder nach etwas exotischem, etwas, dass man wohl nicht jeden Tag isst.

Wir waren heute auf dem Weg durch Finnland einkaufen und standen vor dem Gemüseregal. Da wir Karotten und Zucchini schon einige Male hatten fragte ich Stéphi wonach ihr ist und sie meinte "Auberginen".

Definitiv nicht mein Lieblingsgemüse, da es von der Konsistenz einfach immer etwas... schwammig daherkommt beim Grillen aber ich wusste mir zu helfen.
Ich packte ausserdem so kleine Fladenbrötchen aus Kartoffelmehl ein und überlegte mir dann hier angekommen was ich daraus basteln will.

"Wie wäre es mit den Fladenbroten, darauf ein Baba Ganoush (eine Art Auberginen Mousse, ursprünglich aus dem Libanon im nahen Osten), ein zartes Rib Eye Steak, welches wir in Lettland gekauft haben und etwas knackiges, ein paar Karottenstifte und/oder Zwiebelringe. Mit ein wenig Sriracha Sosse (säuerlich scharfe Chilisosse aus Thailand) wird das bestimmt gut.

Ich startete also damit den exotischen und kulturell kunterbunten Mix zuzubereiten. Dazu stach ich die Aubergine mehrmals mit der Gabel ein und röstete sie direkt auf dem Gasherd, bis die Schale verkohlt war und Blasen warf. Zugegeben es sieht unschön aus, gibt dem Ganzen aber eine leichte Rauch/Kohle Note und das innere wird samtig weich.

Kleiner Tipp: Aubergine nach dem Rösten für 10 Minuten in Alufolie einwickeln, damit das Raucharoma auch nach innen zieht.

Das Innere der Aubergine kann man anschliessend einfach auskratzen und mit einer Gabel zermantschen. Dazu kamen bei mir etwas geräuchertes Paprikapulver, Salz, Pfeffer, getrocknete Kräuter und Olivenöl. Untypischerweise haben wir die Masse noch mit ein wenig Frischkäse gestreckt. Für eine eigentlich veganes Gericht natürlich nicht ganz korrekt, aber man darf sich ja bekanntlich immer austoben!

Das Rib-Eye Steak wurde auf dem Campinggrill medium rare gebraten und das Gemüse klein geschnipselt.
Zum Schluss röstete ich die Fladenbrötchen kurz auf dem Grill an und dann wurde alles zusammengebaut.

Zugegeben: Die Fleischqualität war nicht die allerbeste, trotzdem fanden wir es sehr lecker. Das cremige Baba Ganoush auf dem aromatischen Fladenbrot als Boden für das saftige Fleisch und das knackige Gemüse, dazu die scharfe Note der Srirache Sosse haben eine tolle Kombination ergeben.

Würde ich es wieder machen?
Ja, aber diesmal würde ich Fleisch verwenden, bei dem ich weiss, dass es wirklich von sehr zarter Struktur ist. Also wenn Rind, dann Filetstreifen oder zumindest ein Stück aus der Hüfte. 

Das Ganze funktioniert aber sicher auch prima mit Hähnchen oder beispielsweise auch einem Süsswasserfisch oder Garnelen.

Als besondere Note könnte man auch noch ein wenig Petersilie, oder für die die es Mögen ein wenig Korianderblätter darauf verteilen.

Freitag, 09. Mai 2025
Restaurant Kukudra
 Kretingalė (LT)

Wie versprochen untenstehend mein Fazit von dem Besuch in einem sehr typischen Litauischen Restaurant in Kretingalė (LT), dem Kukudra.

Wir erwähnt trafen wir uns hier mit Skill4LTU, einem durchgeknallten aber sehr liebenswürdigen bekannten Streamer und Youtuber aus Litauen. Er hat uns angeboten uns die litauische Küche näher zu bringen und seine erste Frage als er mit Freundin Vivi ankam war "please tell me you didn't already ordered something?!" Wir waren typisch schweizerisch etwas zu früh und hatten uns lediglich was zu trinken bestellt. Er war erleichtert und wir setzten uns zu viert an einen Tisch. 

Nach einem kurzen Smalltalk wandte sich Skill der Kellnerin zu und sprach gefühlt eine halbe Ewigkeit auf Litauisch mit ihr. Verstanden haben wir nichts, ausser dass wohl nicht nur ein Gericht serviert wird.

Wir waren froh, dass er die Federführung übernahm, haben wir uns doch am Abend zuvor online noch ein wenig durch die Speisekarte gekämpft und mit Google Übersetzer Dinge wie "Östrogenfrei mit Pilzen", "Auf Umarmungen gebackene Kravatte mit Schleife" oder auch "Verdammte Lüftungsschlitze" gefunden... was auch immer das genau eigentlich heissen sollte.

Getränk

Den Anfang machte eine Karaffe mit einer braun-gelblichen Flüssigkeit: Kwas Unser Gastgeber sagte uns, es sei ein typisch litauisches Getränk, grösstenteils aus fermentierten Roggenbrot und Rosinen hergestellt. Das sei nicht jedermanns Sache, aber die Litauer lieben es.

Ich nahm eine Nase voll von dieser nicht wirklich appetitlich aussehenden Brühe und kostete. Ich denke "speziell" trifft es am besten, wobei "nicht jedermanns Sache" auch ganz gut geht. Aber ich fand es nicht schlecht. Es hatte irgendwas von Limonade mit Maggi. Klingt jetzt nicht unbedingt wahnsinnig schmackhaft, aber ich trank drei Gläser davon und das nicht nur aus Höflichkeit!

Snack

Der Eine Teller sah aus wie geschnittenes Toastbrot, geröstet mit einer weissen Sosse und das andere war eine stinknormale Kartoffel mit einer weissen Sosse.
Klingt harmlos? War es auch... und saulecker noch dazu!

Das was aussah wie Toastbrot mit weisser Sosse war in Wirklichkeit geschnittene Brotscheiben (mit Kümmel, wie alles hier) mit weisser (Käse)sosse und Knoblauch. Super einfach, super lecker.

Das was aussah wie eine Kartoffel mit weisser Sosse war in Wirklichkeit eine Kartoffel mit einer Art Frischkäse - Quark - Knoblauchdip. Noch einfacher, genau so lecker!

Suppe

Für mich gab es dann eine Knallpinke Suppe mit Stückchen und für Stéphi eine Tagessuppe mit Gemüse, Hauptbestandteil war heute Zwiebel und Oliven. (Nicht wirklich Litauisch aber gut...)

Meine rosa Suppe war (gewollt) kalt und schmeckte für mich wie ein Gurkensalat mit viel zu viel Joghurtsosse, 'ner Menge Dill und die Farbe kommt - so schätzte ich - von der hierzulande sehr beliebten roten Beete. Dazu gab es eine Art Ofenkartoffel serviert, anstatt Brot zum Dippen.

Ich fand es ausgezeichnet, an einem warmen Sommertag würde ich gerne nur noch das essen! Genannt wird diese Suppe hier unaussprechlich Šaltibarščiai und ist eigentlich, wie ich schon vermutete, eher ein Sommergericht. 

Die kalte Suppe besteht grösstenteils aus: Kefir (ein dickflüssiges Sauermilchprodukt - ähnlich einem dünnen Naturjoghurt), Salatgurke, gekochter rote Beete, Dill und Ei. Ich war mit meinen Geschmacksknospen also sehr nah dran beim probieren.


Hauptspeise

Als letztes gab es für uns alle einen Cepelinai , zu Deutsch: Zeppelin.
Hä?  Denken sich jetzt die meisten vermutlich... ungefähr so war meine Reaktion als ich dann den Teller vor mit hatte.

Das gelbliche etwas, was aussah wie ein in die Form eines Zeppelins gepresster Kartoffelknödel, daneben eine weisse Quarksosse mit speziellen Krümeln oben drauf war tatsächlich ein...
...in die Form eines Zeppelins gepresster Kartoffelknödel. Daneben Quarksosse und die Krümel bestehen aus geröstetem Speck, Schwarte und viel ausgelassenem Fett. Als ich das Ungetüm aufschnitt gab es eine schöne Überrraschung: Der Kartoffelknödel ist gefüllt mit einer Art Wurst ohne Pelle oder ganz einfach gesagt mit Hackfleisch. 

Der Geschmackstest war ehrlicherweise fantastisch. Die Knödelmasse war samtig weich und nicht zu sehr gewürzt, so konnte man noch schmecken, dass das Teil wirklich aus Kartoffeln hergestellt ist. Die Konsistenz ist vielleicht für den ein oder anderen ein wenig gewöhnungsbedürftig aber sowohl Stéphi als auch ich mochten es sehr. Die Fleischfüllung ist würzig und gibt dem ganzen eine tolle Struktur. Dazu der Quark Dip - den es hier offenbar einfach zu ALLEM gibt -und die sehr aromatischen Krümel aus Schwarte und Speck machten das Ganze zu einer tollen Mahlzeit.

Fazit

Es war eine mega Erfahrung mit diesem tollen Mann in seiner Heimat einfach mal entspannt essen zu gehen. Wir haben uns prächtig unterhalten - auch wenn ich manchmal froh war um Stéphis Anwesenheit, als mir die Worte auf Englisch mal wieder nicht eingefallen sind - und haben sehr lecker gespiesen. 

Das ist das, was Reisen für mich ausmacht:
Mit den Leuten vor Ort das dortige Essen entdecken und sich austauschen. 
Es war fantastisch!
Natürlich haben wir Skill und Vivi - die übrigens aus Polen stammt - noch ein bisschen Schweizer Militärschokolade dagelassen, immerhin haben wir für dieses Essen keinen Cent bezahlt und wurden eingeladen! Danke sehr!


Ich habe es in all der Aufregung ehrlicherweise ein wenig verpasst alles zu fotografieren. Unten seht ihr die Bilder von der pinken kalten Šaltibarščiai und von unseren Cepelinai. Den Rest der Bilder habe ich aus den Rezessionen des Restaurants geliehen...

Donnerstag, 08. Mai 2025
Pizza auf dem Campinggrill... der spinnt doch!
Nähe Klaipėda (LT) - selbstgebacken / -gegrillt

Stéphi war heute ziemlich müde und ich fragte sie, was sie denn essen wolle, damit sie mir nicht direkt schon um 17 Uhr wegpennt. 😁   

Die Antwort hätte fürs Campieren nicht untypischer sein können: "Pizza!"

Nun, ich hatte Mehl, ich hatte Trockenhefe und ich hatte noch etwas Tomatensosse und Mozzarella da - insgeheim wollten wir das eh mal ausprobieren. Also habe ich fix einen frischen Pizzateig zusammengerührt, ordentlich durchgeknetet und an der Sonne eine Stunde aufgehen lassen.

Unsere Koch- und Backmöglichkeiten momentan: Gasherd, Gasgrill mit Oberhitze, Dutch Oven fürs offene Feuer und einen Omnia Backofen. Letzteres - für die, die ihn nicht kennen - ist eine Art Gugelhopfform, die man schliessen kann, auf einen Gasherd stellen und somit funktioniert wie ein kleiner Backofen. Durch das "Loch" in der Mitte habe ich diesen aber schnell ausgeschlossen, den Dutch Oven sowieso, da wir heute keine offene Feuerstelle haben und ich nicht eine halbe Gasflasche leeren will, bis das Gusseiserne Ungetüm mal warm ist. Die Wahl fiel am Ende auf den Gasgrill mit Oberhitze.

Was braucht man, um eine knusprige Pizza hinzukriegen? Richtig - Unterhitze.
Naja, unser Gasgrill hat oben drauf zwei Herdplatten. Die Idee war also, die Pizzen in einer Aluminiumschale zuerst auf dem Herd vom Grill zu backen und dann im Grill selbst unter der Gasflamme durch die Oberhitze den Käse schmelzen zu lassen.

Vorgängig habe ich die Aluminiumschalen mit Olivenöl etwas eingeölt - im Nachhinein würde ich definitiv ein hitzebeständigeres Öl - wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl - verwenden... oder Backpapier.

Das Ergebnis war nämlich erstaunlich gut, aber der Boden war ein bisschen zu durch... also eigentlich eher etwas angebrannt. ABER es sah aus wie Pizza, es roch wie Pizza und es schmeckte wie Pizza. Also der erste Versuch ist geglückt und bis zum Ende der Reise in gut 6 Wochen habe ich die Methode sicherlich perfektioniert! 😁 

Sonntag, 04. Mai 2025
Restaurant Ranc u Edyho 
Námestovo (SK)

Das wird jetzt ein lustiger Eintrag, weil ich stand JETZT noch immer nicht weiss, was genau ich da bestellt und gegessen habe, also vielleicht zur Ausgangslage:

Wir sind in der Slowakei und die, die mich kennen wissen: Ich bestelle in England keine Pizza, in Italien kein Sauerbraten und in Deutschland kein Fish n Chips. Kurzum, ich esse in Restaurants in der Regel das, was die einheimische Küche zu bieten hat. So auch hier...

...erstes Problem: Ich kann weder Slowakisch lesen, noch verstehen noch sprechen. Die Speisekarten hier sind ausschliesslich auf Slowakisch und die Damen im Service sprechen Slowakisch und ein paar minimale Brocken Englisch.

Ich habe also mit Google Übersetzer und der Fotofunktion angefangen die Karte durchzublättern und bin auf einen Abschnitt Regionálne jedlá  gestossen, übersetzt tatsächlich Regionale Gerichte. Als ich mit Translator dann den interessanten Ausdruck Bryndzové halušky so slaninkou übersetzt habe, spuckte er mir Brynda-Knödel mit Speck (Kartoffelknödel, Bryndza, Speck) aus.

Super! Knödel liebe ich, Speck ist immer gut und kein Plan was Bryndza ist, aber wird schon schief gehen. Stéphi hat sich währenddessen auf die sichere Variante berufen und einen Burger mit Pommes bestellt. (Der war im Übrigen auch saulecker!)

Als mein Teller dann gebracht wurde, war ich erst einmal ein wenig verwirrt...
Für mich sah es eher aus wie Käsespätzle mit einer ziemlich dünnen, weissen Sosse und etwas Speck drauf, naja immerhin roch es besser, als es aussah und ich probierte: Es schmeckte tatsächlich wie Käsespätzle mit einer Note von Frischkäse. Der Speck war grandios, nicht viel aber qualitativ riiiiichtig gut!
Dazu gab es für mich zwei Tschechische Bier der Marke Bakalář  und Stéphi begnügte sich abermals mit einem Wasser.

Gekostet hat uns der ganze Spass 25 Euro... Alleine die Tatsache, dass das Bier 2.50 Euro und das Wasser 2.90 Euro kostet liess mich schmunzeln. In der Schweiz wäre das erstens gesetzlich verboten und zweitens hätten wir für so ein Essen mindestens das Doppelte bezahlt.

So jetzt geht es noch an die Auflösung, wieso nennen die Slowaken ihre Spätzle Knödel? Nun offenbar sind Halušky eben keine Spätzle, sondern viel eher kleine Gnocchi, sie werden nämlich aus Kartoffeln gemacht. Also weder Knödel noch Spätzle, sondern Gnocchi nur anders... oder so...

Und was zum Geier ist denn nun Bryndza?  Laut Google ein Schafskäse. SCHAFSKÄSE? Ich esse wirklich alles, aber mit Schafs- bzw. Ziegenkäse kann man mich Meilenweit jagen. Entweder ist das ein so dermassen milder Käse - ich nannte den Geschmack ja schon eher Frischkäsemässig - oder ich habe in den letzten Tagen meine Geschmacksnerven verloren, denn das Ganze hat super lecker geschmeckt, auch wenn ich gar nicht wusste, was ich da genau esse. 😁

Habe ich auch erst im Nachhinein gelesen:
Bryndzové halušky so slaninkou ist das unangefochtene Slowakische Nationalgericht. Also Regional ist mir somit sowas von gelungen!

Übrigens: Neben dem Restaurant und Hotel gibt es eine Ranch mit Pferden und anderen Tierchen, sowie einem grossen Spielplatz. Also auch die kleinen Gäste haben hier ordentlich was zu gucken und zu erleben!

Mittwoch, 30. April 2025
Italienische Salsiccia, Kroatisch angehaucht mit Restenverwertung...
Nähe Sveti Martin na Muri (HR) - selbstgekocht

Nach dem gestrigen Gaumenschmaus vom Grill  (siehe weiter unten) war nun meine Leidenschaft endgültig geweckt. Heute haben wir uns in Kroatien ein paar dicke Salsiccia gekauft. Eigentliche eine Italienische Schweinebratwurst, typischerweise mit Fenchelsamen gewürzt. Aber diese war anders... mit Paprika und Chili ergab das Ganze eine Mischung aus Spanischer Chorizo und Italienischer Fenchelsalsiccia.


Ich habe die Wurst aus der Pelle gedrückt und zu kleinen Fleischbällchen geformt. Die Bällchen auf dem Grill ohne Öl angebraten und dann beiseite gestellt. Dann wurden im ausgelösten Wurstfett abermals einige Kartoffelstücke, ein paar Karotten und die Spargelspitzen von gestern angedünstet. Zum Schluss etwas Tomatenmark beigeben, die Würstchenstücke wieder dazu, mit Brühe ablöschen und köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. 

Einfach und voller Geschmack: Herzhaft, scharf, kräftig, fenchlig (falls das überhaupt ein Wort ist) und süsslich... Ein 20 Minuten Eintopf für Jedermann, Jederzeit und Jeder...ort?!

Die Zutaten sind fast unendlich variabel und dieses Gericht ist so einfach wie es vielfältig ist, also worauf wartet ihr...? Ausprobieren!

Das beste zum Schluss: Man muss nur eine einzige Pfanne abwaschen! 😁  

Dienstag, 29. April 2025
T-Bone Steak mit Kartoffel & Spargel vom Campinggrill
Nähe Adelsberg (SLO) - selbstgekocht / -gegrillt

Wer sich auf Campingplätzen umsieht und ein wenig darauf achtet, was die Menschen sich zu essen machen, wird feststellen:
Die Meisten geben sich mit einer Wurst vom Grill oder einer Pfanne Nudeln mit etwas Salat oder einem halbharten Brötchen zufrieden...

Das muss ja auch nichts schlechtes sein, es darf auch sehr gerne mal einfach und unkompliziert sein, habe ich mich doch gestern selbst über einige Bewertungen des für mich perfekten Campingplatzes aufgeregt. Viele Leute verwechseln offenbar Campieren mit einer 5-Sterne All-Inclusive Hotelanlage... anyway!

Mein Ziel ist es, selbst mit den einfachsten Mitteln und Zutaten eine ausgewogene Mahlzeit zuzubereiten. Egal ob Gasherd, Gasgrill oder einer einfachen Feuerstelle, man kann überall und immer etwas Gutes zaubern, auch auf dem Campingplatz.

(Das Titelbild dieses Blogs ist im Übrigen von einer Reise durch Nordfrankreich, auf der ich vor einigen Jahren mit einem guten Freund - er ist selbst ein leidenschaftlicher Hobbykoch - unterwegs war und wir jeden Tag ordentlich was gegrillt und gekocht haben, teilweise sehr zum Erstaunen unserer Platznachbarn)

Heute auf dem Speiseplan: Ein edles Stück vom Rind: T-Bone Steak mit einer Sättigungsbeilage und einer guten Portion Gemüse.

Bei dickeren mageren Stücken Fleisch ist es wichtig, sie nicht direkt unter einem Mal durchzugaren - ausser man hat einen Backofen und kann das Ganze auf die Niedergar-Methode angehen - sondern dem Fleisch immer wieder Zeit zum Ruhen zu geben. Es wird immer wieder relativ kurz beidseitig direkter Hitze ausgesetzt und dann in indirekter Hitze in etwas Olivenöl und Rosmarin (vom Campingplatz gestern gepflückt) "liegen gelassen", damit sich die Fleischsäfte im Innern verteilen können und sich so die durch die Hitze zusammengezogenen Fleischfasern wieder entspannen können. So gart ein dickes Stück langsam durch und wird nicht zäh oder gar trocken.

Währenddessen habe ich die Kartoffelstücke in Salzwasser etwas vorgegart, bis sie fast weich waren, das Wasser abgegossen und sie etwas ausdampfen lassen. Dadurch wird die Oberfläche poröser und wird beim späteren braten noch knuspriger. Beim Braten kamen dann noch Spargelstücke und Zwiebeln dazu. Gewürzt wurde das Ganze mit Salz, Pfeffer und einer Prise geräuchertem Paprikapulver.

Zugegebenermassen... so richtig knusprig wurden die Kartoffeln diesmal nicht, da die Pfanne von Stéphis Mama fast ZU gut beschichtet war und/oder ich die Hitze bei dem doch anhaltenden Wind etwas zu wenig hingekriegt hab. Dem Geschmack hat das aber keinen Abbruch getan und es war saulecker.

In Anbetracht dessen, dass ich heute gerade mal 3 Hauptzutaten benutzt habe, dazu eine Zwiebel und wenige Gewürze und Kräuter war das ein absoluter Gaumenschmaus.

Und das kriegt wirklich JEDER hin! Also: Weg von langweiligen Würstchen und Chips auf dem Campingplatz, man darf sich auch mal was gönnen!

PS: Wer geräuchertes Paprikapulver im Jahr 2025 immer noch nicht verwendet oder für einen "neumodischen Trend" hält: Kaufen! Testen! Lieben lernen!

Donnerstag, 19. September 2024
Entenbrust an Orangensosse mit Fondant Kartoffeln und Kürbis-Champignon Ragout.
Elsass, Lutzelbourg (F) - selbstgekocht

Wer schonmal in Frankreich war und hier noch nie Entenbrust an Orangensosse probiert hat ist selbst schuld! So, jetzt ist es gesagt. 

Ich habe mir heute morgen drei frische Entenbrüste gekauft, dazu junge Kartoffeln und von den Vortagen hatten wir noch einige Pilze und etwas Kürbis übrig. Daraus galt es dann heute etwas zu zaubern.

Da wir bisher in keinem Restaurant die Gelegenheit hatten, diese absolute Spezialität zu verköstigen, habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, es einfach selbst zuzubereiten.

Entenbrust richtig gut braten ist tatsächlich kein Hexenwerk und sogar massiv einfacher als eine Hähnchenbrust oder etwa ein Steak. Das Fleisch ist rot wie Rindfleisch, fast wie Hirsch und die Brust von einer dicken Fettschicht überzogen. Die habe ich mit einem sehr scharfen Messer Rautenförmig eingeritzt (nicht ins Fleisch schneiden!) und in eine Bratpfanne gelegt.
Die Pfanne erst dann auf den Herd stellen, so wird sie langsam heiss und man kann das Fett perfekt auslassen. Bitte kein zusätzliches Fett oder Öl in die Pfanne geben, die Entenbrüste sind so fettig, dass der Boden der Pfanne ohnehin fast 1cm hoch mit Entenfett bedeckt ist. Die Zeitangaben variieren natürlich je nach Grösse der Stücke, man kann aber mit ca. 15-20 Minuten auf der Hautseite rechnen, so wird das zarte Fleisch durch das Fett geschützt und gart langsam durch. Wichtig ist nur darauf zu achten, dass die Hitze nicht zu doll wird und die Fettschicht verbrannt. Die letzten 3-5 Minuten brät man die Brust auf der Fleischseite zu Ende und voilà: Herzhaftes, zartrosa Fleisch mit einer dezenten Wild Note.

Dazu habe ich Fondant Kartoffeln gemacht, ehrlicherweise das erste Mal. Ich wollte nicht schon wieder Bratkartoffeln zubereiten und da unser Ofen nicht wirklich brauchbar war, suchte ich nach Alternativen.
Tatsächlich sind - zumindest laut Google - Fondant Kartoffeln eine typisch französische Beilage der Haute Cuisine, also der gehobenen Küche.
Man schält die Kartoffeln, schneidet die Runde Spitze ab und lässt sie kurz in kaltem Wasser etwas aufweichen. Nach einigen Minuten kann man die Kartoffel aufrecht ins heisse Öl stellen und beidseitig anbraten. Beim Wenden fügt man viel Butter dazu und nach dem Bratvorgang löscht man mit Gemüse- oder Hühnerbrühe ab. Danach kommt das ganze für 20 Minuten in den Ofen, oder - in meinem Fall - man setzt den Deckel drauf, dreht die Hitze zurück und lässt sie gar ziehen.

Aussen knusprig, (auch wenn die Methode im Ofen bestimmt noch etwas mehr Crunsh hervorgerufen hätte) und innen zartweich, fast schon auf der Zunge zergehend. Fazit: Richtig gut! Werde ich auf jeden Fall öfters machen.

Dazu gab es noch einfaches Kürbis-Champignon Ragout und eine Orangensosse, welche für den Aufwand kaum leckerer sein könnte:
Gehackte Zwiebel andünsten, Mehl beigeben und leicht anbräunen, mit Brühe ablöschen, Orangensaft dazu giessen, aufkochen, eindicken lassen, fertig.

Jeder der jetzt denkt: Orangensosse zu Fleisch, hat der ne Macke?!
Ja hat er, aber das tut nichts zur Sache, und die Kombi ist echt mega mega lecker!
Überzeugt euch selbst, es ist ein sehr edles und doch so einfaches Menu!

Mittwoch, 18. September 2024
Restaurant La Marne
Elsass, Saverne (F)

Heute waren wir in Saverne (F) essen.
Vorab sei gesagt, dass so ziemlich jedes Restaurant geschlossen war und uns nur der "Seconde Service" in einer direkt an der fünf Meter hohen Schleuse von Saverne gelegenen Gaststätte mit dem klingenden Namen "La Marne" übrig blieb.

Das Lokal war bis 20:30 Uhr bis auf den letzten Stuhl voll und daher waren unsere - oder zumindest meine - Erwartungen relativ hoch.


Da ich in Frankreich bereits nicht all zu gute Erfahrungen mit edlerem Fleisch gemacht hatte wagte ich mich nicht an die "guten Stücke". Ich schwankte zwischen einem  Spätzles et Jambon fumé (Spätzle mit Räucherschinken und Pfifferlingssauce, Specksauce oder Münstersauce) und der  Jarret braisé à la bière Licorne, choucroute et galettes de pomme de terre (Biergeschmorte Haxe mit Sauerkraut und Kartoffelpuffer), entschied mich aber dann für Letzteres. Zur Vorspeise gab es standesgemäss, wie immer wenn ich im Elsass bin ein halbes Dutzend Schnecken in Knoblauch-Kräuterbutter. Sehr zum Vergnügen meiner Schwester...

Diese bestellte sich einen Flammkuchen mit Ziegenkäse und Honig, dies sehr zu meinem Entzücken. Meine Mama bestellte einen Flammkuchen mit Sauerkraut und Speck (der schmeckte im übrigen sehr lecker!). Papa orderte ein Nierstück  vom Kalb mit Gemüse und Pommes, welches hervorragend aussah und laut ihm auch so schmeckte. Sie können also doch auch edle Stücke zubereiten hier!
Der Freund meiner Schwester genoss ein Wiener Schnitzel mit Pfifferlingssosse... wieso man hier die Rahmsosse über die dadurch weich und labbrig werdende Panade schütten muss, wird mir für immer ein Rätsel bleiben, aber naja... andere Länder, andere Sitten.

Zu meinem Teil:
Die Schnecken schmeckten wie immer hervorglänzend!
Wobei hier vor allem der Geschmack des Knoblauchs - und hier besonders intensiv - der Petersilie dominierten. Sie wirkten durch diese Nuance etwas frischer als andere Schnecken, die ich bisher genossen habe. Alles in allem eine super gute 9/10!

Dann wurde die Haxe zusammen mit den Gerichten der Anderen serviert. Der Anblick alleine war schon wundervoll... DAS ist mal 'ne Haxe, dacht ich mir und als ich anfing mit der Gabel hineinzustechen fiel sie förmlich auseinander.
So ein zartes Stück Fleisch hatte ich noch selten gegessen! Das Sauerkraut dazu war sehr lecker abgeschmeckt und die Kartoffelpuffer waren aussen super kross, innen schön samtig weich. Einziger Kritikpunkt, wobei das wirklich auf hohem Niveau gejammert ist:
Die Haxe war minimal zu stark im Salz und die Biernote war mir persönlich etwas zu schwach. Insgesamt aber eine sehr gute 8/10!

Wer eines Tages in Saverne Halt machen sollte:
Ja ich kann euch das "La Marne" empfehlen und bei gerade mal rund 30 Euro pro Person, inkl. einer Flasche Rotwein, zwei Liter Wasser und vier Aperitif Getränken brauchen wir über das Preis-Leistungsverhältnis gar nicht erst anfangen zu diskutieren!

Reserviert euch aber falls ihr die Gelegenheit habt einen Tisch für 19:00 Uhr! ;)

Sonntag, 15. September 2024
Côte de Boeuf mit Bratkartoffeln und Tomatensalat
Elsass, Lutzelbourg (F) - selbstgekocht

Da ich die französische Küche und insbesondere ihre wirklich frischen Lebensmittel - selbst bei Grosshändlern - wirklich zu schätzen weiss und von einem früheren Urlaub mit einem Kumpel bereits kenne, wusste ich, dass ich auf dem Hausboot mindestens einmal ein richtig gutes Stück Fleisch grillen wollte.

Ein kurzer Vergleich:
Bei uns in der Schweiz bezahlt man für ein Kilo Entrecôte vom Rind rund 
Fr. 80.00. Das entspricht momentan ungefähr 85.00 Euro. Hier in Frankreich bezahlt man für ein Kilo Côte de Boeuf (also Entrecôte vom Rind am Knochen) 19.90 Euro... Das ist nicht einmal ein Viertel des Schweizer Preises und die Fleischqualität ist der absolute Wahnsinn.

Zwei Stück (ich Depp habe vergessen, die ganzen Stücke zu fotografieren, Schande über mein Haupt) haben wir uns gekauft, je etwa 800g.
Im Gegensatz zur Schweiz, wo ein Entrecote in der Regel 1-2cm dick geschnitten ist, war das Stück hier gute 4-5cm dick. 
Dies erforderte eine ganz spezielle Garmethode, da beim normalem Grillen das zarte, qualitativ hochwertige Fleisch aussen simpel gesagt furztrocken und innen halbroh werden - bzw. bleiben - würde.

Die beiden Stücke habe ich auf dem behelfsmässig an der Reling befestigten mini Gas-Kugelgrill zubereitet. Klingt improvisiert und nicht wirklich dafür geeignet... ...genau so war es auch. Das Resultat war aber trotzdem wirklich gut!

Das Fleisch habe ich ohne irgendwelche Gewürze bei maximaler Hitze auf den Rost gelegt und pro Seite 2 Minuten richtig brutzeln lassen. Nach insgesamt vier Minuten kamen die beiden Steaks bereits wieder runter. Ich legte eines in eine Schale, vorbereitet mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, geräuchertem Paprikapulver und frisch gehacktem Knoblauch. Das Zweite kam ebenfalls in eine kleine Pfütze aus Olivenöl, den eben genannten Gewürzen und getrockneten Chiliflocken.
Da das Fleisch sehr heiss ist, nimmt es die Aromen der Gewürze sehr gut auf und kann dann erstmal etwas ruhen. Mit gutem Fleisch ist es nämlich wie bei uns Menschen: Es braucht immer wieder etwas Pause. Auf dem Grill wird es von der Hitze "gequält" und dann darf es wieder runter und entspannen.
 
Nach dem ersten starken anbraten dreht man die Hitze etwas zurück und wiederholt diesen Vorgang (also immer zwei Minuten pro Seite auf dem Grill, dann eine Minute pro Seite im Olivenölbad) bis das Fleisch den gewünschten Garpunkt erreicht hat.

Mit dieser Methode bleibt das gute Fleisch innen schön saftig und zart, die Fleischsäfte verteilen sich in der Ruhephase gleichmässig und es können auch dicke Stücke gleichmässig und perfekt gebraten werden.

Zu dem tollen Côte de Boeuf gab es mit Knoblauch, Kräutern, Salz und Paprikapulver gewürzte Bratkartoffeln und Tomatensalat.
Die Tomaten hatte ich vor der Abfahrt noch geerntet, sie stammen also von meinem Balkon und sind geschmacklich was ganz Anderes als die gekauften Tomaten aus dem Supermarkt! Ich kann jedem, der die Möglichkeit hat also wirklich nur 1000 mal empfehlen: Züchtet eure eigenen Tomaten, es lohnt sich sowohl optisch, geschmacklich wie auch preislich!

Fazit: 

Auch mit einem scheinbar viel zu kleinen, sehr schlecht regulierbaren und wackelnden einfachen Gasgrill kann man wahre Magie vollbringen, wenn man weiss, was man tut! ;)