Slowakei
An einem riesigen Stausee übernachteten wir (fast) völlig alleine in der Slowakei.
Am Tag darauf fuhren wir weiter nach...
Tschechische- oder Slowakische Republik... da gibt es doch kaum Unterschiede...
Davon gingen wir zumindest bis heute Vormittag aus, als wir uns aufmachten, das zweite Land der ehemaligen Tschechoslowakei zu besuchen. Wir merkten schnell: Die beiden Staaten existieren so zwar erst gut 30 Jahr, aber viele offensichtliche Gemeinsamkeiten haben Sie heute nicht mehr.
Ein kurzer Blick auf die Gemeinsamkeiten:
Wie alle slawisch abstammenden Sprachen wirken die beiden für ungeübte Augen und Ohren doch immer noch sehr ähnlich. Beide Länder sind in der EU, liegen in Osteuropa und sind parlamentarische Republiken. Das Durchschnittalter liegt bei Männern bei etwa 75 Jahren, bei Frauen bei 81 Jahren.
Unten dann ein paar Unterschiede in Zahlen:
Tschechische Republik
Fläche: 78'870 km²
Währung: Tschechische Kronen
Glauben: Grösstenteils Konfessionslos
BIP / 1000 Einwohner: 29.19 Mio €
Arbeitslosenquote: 2.6%
So viel zu den trockenen Zahlen...
Slowakische Republik
Fläche: 49'030 km²
Währung: Euro
Glauben: Grösstenteils Katholisch
BIP / 1000 Einwohner: 22.63 Mio €
Arbeitslosenquote: 5.8%
...was fällt einem auf wenn man durchs Land zieht?
Da die Länder erst seit 32 Jahren Unabhängig voneinander sind, fand man wohl noch nicht wirklich die Zeit einen Grenzübergang zu bauen. Viel mehr war es eine verlassene Hütte und ein Tempo 30 Schild und plötzlich ZACK "Willkommen in Slowakei" - Danke Wingo, aber es heisst "in DER Slowakei" oder "in DER Slowakischen Republik".
Wo hat man jetzt schnell einen Unterschied gemerkt? Mal wieder an den Strassen. Diese waren zwar nicht so katastrophal wie in Teilen Italiens oder Ungarns aber als die Tschechoslowakei aufgeteilt wurde, bekamen wohl die Tschechen sämtliche Vorräte an weisser Farbe für die Markierungen. Mit viel Fantasie erkennt man teilweise noch Linien oder Pfeile, oftmals ist einfach gar nichts mehr vorhanden. Geschwindigkeitsbegrenzungen sucht man oft auch vergeblich, das Anpassen an den Einheimischen wird auch wieder etwas schwieriger, weil hier wieder jeder ein wenig... nennen wir es Italienisch fährt.
Wo in Tschechien in jedem Dorf mindestens ein Blitzer stand, sucht man diese hier wieder vergebens.
Was uns ausserdem auffiel... alles wirkt ein wenig verlassen, müde, alt und ungepflegt. Ich versuche hier in diesem Blog wirklich nicht ein Land anhand 120km die zurückgelegt haben zu werten, aber man fühlte sich hier definitiv weniger... wohl? Willkommen? Ich kann es nicht genau sagen.
Ausserdem haben wir uns gefragt, ob sich die Slowaken hier hauptsächlich von Baumrinde ernähren oder was genau denn hier gegessen wird. Man sieht nirgends Felder, keine Landwirtschaft, keine Tiere, keine Obsthaine. So weit das Auge blicken kann nur ein Dorf am nächsten und rundherum Wald, Wald, Wald und nochmal Wald.
(Nach einer kurzen Google Recherche findet man natürlich raus, dass vor allem der Süden der Slowakei eher für die Landwirtschaft geeignet ist, da es dort um einiges Flacher ist als im Hügeligen durch den Karpatenbogen geprägten Norden...)
Betreffend Religion: Es ist Sonntag und mir fiel schon bei der Fahrt heute Vormittag auf, erstens wie riesengross die Kirchen hier gebaut wurden und zweitens, dass bei jeder Kirche trotzdem die Türen weit offen waren und selbst draussen noch Messebesucher standen, weil die Kirche offenbar voll war. Die Slowaken huldigen also Gott, während die Tschechen sich eher denken: "ich glaube ich trink noch ein Bier".
Jeder wie er mag...
Während der Fahrt heute habe ich die ganze Zeit krampfhaft überlegt: Was schreibe ich denn heute überhaupt im Blog, hier gibt es wirklich nicht viel neues...
...gut das ich jetzt schon wieder bei Abschnitt 4 bin, ups.
Zu unserem heutigen Stellplatz:
Wir lagern am grössten Stausee in der Slowakei, dem Oravská priehrada oder zu Deutsch Orawa Stausee.
Dieser wurde in den 40er Jahren künstlich angelegt um Elektrizität zu gewinnen. Also Österreich Wind, Tschechien Solar, Slowakei Wasser... wenn es so weiter geht haben wir bald alle Stromgewinnungen durch.
Während des Baus und der damit einhergehenden Überflutung von rund 35km² Landmasse gingen auch nur gerade mal 5 Dörfer im Wasser unter. Die Bewohner wurden zwangsumgesiedelt und so kommt es, dass vom ehemaligen Dorf Slanica (SK) nur noch der Kirchberg mit der darauf stehenden Kirche aus dem Wasser schaut.
(Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Slanica
Orawa Stausee; die Insel Slanický ostrov ist in der Mitte)
Unten noch ein paar Eindrücke vom heutigen Stellplatz und beim Button geht es zum ersten "Auswärts" Foodblog Eintrag. Ich wollte nämlich wirklich wissen, was die Slowaken so essen und mit dem nahegelegenen Restaurant hat sich das perfekt ergeben. 😉
05. Mai 2025 | 15:15 Uhr