Belgien
Das zweite Land in den Benelux Staaten war Belgien.
Auch hier blieben wir - auch wenn es uns sehr gefallen hat - nur eine Nacht und gingen dann weiter nach...
C'est belle-chic ici!
Nach einem doch relativ kurzen Aufenthalt in den Niederlanden gestern, ging es heute weiter ins nächste Benelux-Land: Belgien.
Belgien, mit einer Fläche von 30'688 km² - ungefähr 3/4 mal so gross wie die Schweiz - zählt rund 12 Millionen Einwohner, also rund 1/3 mehr als unsere Heimat.
Brüssel (B) - haben wir heute aus diversen Gründen umfahren - liegt lediglich auf Platz 5 der grössten Städte Belgiens und beheimatet knappe 200'000 Menschen.
Dennoch ist Brüssel (B) Haupt- und Residenzstadt des Königreiches Belgien, stellt den Hauptsitz der Europäischen Union, sowie Sitz der NATO. Ausserdem tagt hier das ständige Sekretariat der Benelux-Länder und der europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt: EUROCONTROL.
Brüssel oder Belgien allgemein ist also ein sehr diplomatisches Land, doch was haben wir davon mitgekriegt?
Sofern die Anzahl an Autounfällen oder die Menge an - ich nenne es mal - "speziellen Lenkern von Kraftfahrzeugen" nicht kongruent zur Anzahl an Diplomaten steht: Nichts.
Aber heute ist etwas geschehen, das so seit Jahren nicht mehr passiert ist: Ich machte Gebrauch von der Hupe meines Fahrzeuges. Es gibt ja das Klischee, dass manche Staatsangehörige schlechter Auto fahren als andere... für Belgien würde ich das sofort unterschreiben.
Für unsere heutige Strecke waren übrigens 3 oder 4 Unfälle gemeldet, welche wir zum Glück alle umfahren konnten. Irgendwie ist es somit nicht verwunderlich das Belgien in der traurigen Kategorie "Todesfälle je 1000km Autobahn in Europa" noch vor Italien (Platz 2) zuoberst auf dem Podest landert.
Aber wollen wir mal nicht alle in eine Schublade schmeissen und uns den schönen Dingen widmen und davon hat das Land eine Menge zu bieten!
Wir legten etwa 2/3 der Strecke auf der Autobahn zurück, dann fuhren wir durch sehr enge Strässchen in kleinen hübschen Dörfchen. Hier ist es wie ich es sonst nur aus Frankreich kenne: Man fährt von der Autobahn und plötzlich ist alles, was grösser als ein VW Golf ist, relativ unpässlich. Wenigstens dahingehend haben wir mit unseren fast 8m länge ja keine Probleme... oder so...
Hier ist es halt auch wie beim grossen südlichen Nachbarn: Entweder hast du was zu sehen - und davon ne Menge! - und musst dich dafür ein wenig anstrengen, oder du kommst voran.
Wer ein wenig Französisch beherrscht, hat das Wortspiel im Titel sicher bereits verstanden. Tatsächlich ist es in Belgien mit den Sprachen etwas komplizierter als anderswo - sagte der Schweizer.
Die Sprache "Belgisch" gibt es nämlich faktisch nicht. Etwa 60% des Landes sprechen Niederländisch / Flämisch, der Rest Französisch. Allerdings gibt es noch mehrsprachige Gebiete und eine kleine Minderheit, die Deutsch als Muttersprache angibt.
Wir sind heute in der Nähe von Kortrijk (B) gelandet, also in der flämischen Region, in der vorwiegend Niederländisch gesprochen wird. Allerdings ist die französische Grenze nur knapp 20km weit weg.
Der ältere Herr hier auf dem Stellplatz wollte sich leider weder auf Englisch, noch auf Deutsch einlassen, selbst an meinem gebrochenen Französisch hatte er kein Interesse. So sprach er etwas langsamer auf Niederländisch, was man mit gut hinhören ja auch einigermassen verstehen kann.
Wir sind heute auf einem alten Bauernhof, der im Quadrat angeordnet ist und aus Backsteinen gebaut wurde. Mitten auf dem Land durften wir uns auf einer Art ehemaligen Obstwiese hinstellen und geniessen die Ruhe... mit Ausnahme eines Hahns, der sich offenbar in der Tageszeit geirrt hat.
Das war's auch schon wieder aus Belgien, ich bin es mir gar nicht mehr gewohnt so schnell von Land zu Land zu wechseln... morgen geht es nach Frankreich!
11. Juni 2025 | 16:00 Uhr