Frankreich

Das flächenmässig grösste Land, welches wir auf unserer Reise besuchten war Frankreich.

Auch hier verbrachten wir einige Nächte, die ersten beiden in der Normandie und den Rest im Landesinnern.

Frankreich und seine Küche gehören definitiv zu meinen Favoriten, lest unten gerne, was wir hier erlebten bevor es in das letzte "fremde" Land ging...

Im  Land der Liebe, der exquisiten Küche und des guten Weins.

Wir sind im flächenmässig grössten Land unserer Europareise angekommen. Mit  551'695 km² liegt Frankreich europaweit hinter Russland und der Ukraine auf Platz 3.

Mit rund 68 Millionen Einwohnern liegt Frankreich fast genau gleich auf mit dem vereinigten Königreich, obwohl dieses nicht einmal halb so gross ist.

Die Hauptstadt und zugleich, mit über 2 Millionen Einwohnern, bevölkerungsreichste Stadt des Landes ist Paris (F). Der Grossraum ist - seit dem Brexit - mit über 12.5 Millionen Menschen die grösste Metropolregion der EU. Davor lag London (UK) mit fast 15 Millionen Einwohnern noch ein gutes Stück vor Paris (F).

Nachdem wir heute morgen etwas aufpassen mussten beim wegfahren - wir hatten spontan Besuch gekriegt, Bilder unten - ging es in Richtung Frankreich.

Ein erster Zwischenstopp - den ich zwar schon kannte, aber Stéphi einfach auch noch zeigen wollte - befand sich rund 30km südwestlich von Lille (F). 

Hier gibt es verschiedene Soldatenfriedhöfe aus dem ersten Weltkrieg. Die Kanadier, die Tschechen, die Polen... fast jede involvierte Nation hat hier in der Gegend die Toten von den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges zusammengesammelt und möglichst würdevoll bestattet. 

Vor 4 Jahren war ich mit einem Kumpel in der Gegend unterwegs und wir entdeckten den deutschen Soldatenfriedhof zufällig...

44'833 Tote! Stellt euch eine Kleinstadt vor, Thun (CH) oder Bellinzona (CH) wären Beispiele in der Schweiz, alle tot.

Oder wir spitzen die Vorstellung noch ein wenig zu. In Deutschland machen die 18-25 Jahre alten Männer rund 5% der Gesamtbevölkerung aus.

Geht man nun davon aus, dass die meisten hier begrabenen Soldaten wohl in dem Alter starben, kann man im übertragenen Sinn sagen, dass die 44'833 Toten, der Komplettauslöschung einer gesamten Altergruppe einer Grossstadt mit rund 900'000 Einwohnern gleichkommt. 

Im Umkehrschluss heisst das, hier liegen alle jungen Männer zwischen 18 und 25 Jahren der Stadt Köln (D), der viertgrössten Stadt Deutschlands...

Oder wenn man es auf die Einwohnerzahlen 1918 runterbricht: Heute Hat Köln rund 1 Million Einwohner, vor 100 Jahren waren es 300'000. 

Und das ist ja nur einer von vielen solchen Soldatenfriedhöfen in Frankreich.

Direkt daneben -  da sind wir aber nur daran vorbeigefahren und Stéphi hat aus der Fahrt ein paar Fotos geschossen - befindet sich der britische Friedhof (im Vordergrund rechts) und der französische Soldatenfriedhof (im Hintergrund links). Bei den Briten sind es rund 650 Gräber, bei den Franzosen über 12'000...

Insgesamt starben im 1. Weltkrieg (1914-1918) knapp 10 Millionen Soldaten. Insgesamt forderte der Krieg etwa 17-18 Millionen Menschenleben. Zum Vergleich: Was war nochmal die heutige Einwohnerzahl der Niederlanden...?

Einige Bilder mehr findet ihr noch unten, zur Unterscheidung: Weisse Kreuze: Französisch / Holzkreuze, Steinplatten: Deutsch.


Als wir weiter fuhren war ich abermals hin und weg von der Landschaft hier in Nordfrankreich. Damals mit dem Kumpel im Juli / August waren es vor allem die Sonnenblumenfelder, die uns beeindruckt haben.

Heute waren es Weizen und Gerste, aber auch Maisfelder deren Pflänzchen bereits um die 20cm hoch wuchsen oder riesige Rapsfelder, welche leider schon komplett verblüht sind. Trotzdem, diese Landwirtschaftlichen Grossflächen kennt man bei uns in der Schweiz schlicht und ergreifend nicht. 

Es ging durch zahlreiche kleine Städtchen, holprige Strassen und Abzweigungen wo ich sagte: "ne da fahr ich nicht lang Navi." Apropos Navi, das hat nach 3 Tagen ab und zu rumspinnen heute komplett den Geist aufgegeben, zum Glück gibt es Google Maps!

Trotzdem: Ich liebe Frankreich! Die Landschaft, die Vielfalt oder die originale französische Küche. 

Es ist echt ein Jammer, dass viele französische Restaurants dasselbe Schicksal ereilt wie bei uns in der Schweiz. Letztes Jahr im Elsass fanden wir mit Müh und Not in Saverne (F) - einer 12'000 Einwohner Stadt - EIN Restaurant, welches noch geöffnet hatte.

Aber weiter... Selbst die französische Sprache wäre schön anzuhören, wenn man sie denn auch richtig verstünde. 


Ausserdem vertrage ich keinen Rotwein, kriege immer Sodbrennen... ausser bei französischem Wein. Und schmecken tut der exzellent!

Nach einem weiten Weg sind wir dann schlussendlich in der Normandie angekommen. Von unserem Stellplatz aus sehen wir auf den Ärmelkanal und in den Hafen von Le Havre (F).

Die Temperaturen liegen bei ca. 28°C am Schatten und der mir aus einer früheren Reise sehr bekannte Wind an der Küste ist wohl gerade selbst im Urlaub. Jedenfalls ist es richtig ekelhaft drückend, feucht und heiss.


Gemäss der einen Wettervorhersage gibt es ab Mitternacht windstarke Stürme, Hagel und ordentlich Regen. Laut der anderen Wettervorhersage bleibt es angenehm mild und leicht bewölkt... wir lassen uns überraschen!

Wir hoffen auf einigermassen gutes Wetter. Da wir hier wieder zwei Tage bleiben, wir wollen morgen unbedingt noch an den Strand. Da ich auch diesen Platz schon aus der Reise mit meinem Kumpel kenne, weiss ich, dass es hier wunderschön sein kann.

Übrigens, etwas vom wenigen, was die Franzosen wirklich noch nicht können: Internet! Ich verzweifle hier fast beim Bilder hochladen... alles nur für euch!

12. Juni 2025 | 18:00 Uhr

Sommer, Sonne, Sonnenschein...

Den Abend gestern haben wir bei einem schönen Sonnenuntergang ausklingen lassen und gingen dann etwas später als üblich zu Bett...

...hätte uns vor drei Wochen jemand geraten, beim Camper über Nacht ALLE Fenster offen zu lassen, hätten wir ihn wohl schräg angeguckt oder wären alternativ beim Versuch den Ratschlag zu befolgen erfroren.

Allerdings fielen die Temperaturen letzte Nacht kaum unter 20°C und somit war dieser Schritt notwendig, damit wenigstens eine kleine Luftumwälzung erreicht werden konnte, um eine vollkommene Schweissdurchtränkung des Bettes zu vermeiden.

Dennoch, solche Temperaturen haben auch Vorteile:
Die Butter lässt sich Morgens nun wieder auf's Brot schmieren. 
Das war im Norden Skandinaviens oftmals nur schwer zu schaffen!

Heute Vormittag ging es auf einen Spaziergang an den Strand. Über einen ziemlich steilen Weg - nachvollziehbarerweise bei den ganzen Klippen hier - ging es runter ans Meer. 

Dabei genossen wir den Ausblick auf den Ärmelkanal und Le Havre (F). Hier am Wasser war es auch massiv erträglicher, da der Wind wenigstens ein bisschen wehte.

Dies sollte sich aber auch beim Stellplatz bald ändern. Die Betreiber eilen gerade wie wilde Hühner über den Platz und bitten alle Besucher die Markise einzufahren, da ab 16:00 Uhr "des vents énormes et dangereux" - also "enorm starke und gefährliche Winde"  erwartet werden. Wir nehmen den Luftwechsel noch so gerne hin!

Unten am Wasser angekommen entdeckten wir sofort die vielen Muschelschalen, welche massiv grösser waren, als noch jene an der Nord- oder Ostsee. 

Wir bedienten uns und betraten zwecks Reinigung der Muscheln immerhin knietief das angenehm kühle Nass. 


Morgen geht es noch ein kleines Stück westwärts, bevor wir den definitiven Heimweg in Angriff nehmen.
Leute die mich etwas besser kennen, ahnen sicher welche "Sehenswürdigkeit" wir noch besuchen...

So! Ich mache mich mal ans einfahren der Markise und zum Schluss ein kleiner Hinweis zu den Bildern unten:

Ich muss zugeben, das letzte Bild entstand zwar auch hier, jedoch bereits vor rund 4 Jahren. Trotzdem, ich habe es wieder in meiner Galerie gefunden und will es mit euch teilen. Eigentlich wollte ich damals die Wellen fotografieren, als die eine dann doch etwas stärker war, mein Handy auf dem Stein liegend fast nass wurde, ich im letzten Moment wegziehen konnte und dabei auf den Auslöser kam... ein unabsichtlich grossartiger Schnappschuss! 😍

13. Juni 2025 | 14:50 Uhr

Der längste Tag | Operation Overlord |  The D-Day...

Begriffe die unweigerlich mit einem Datum in Verbindung stehen, dem 6. Juni 1944, der Tag an dem die Invasion der Alliierten - mit dem Ziel der Errichtung einer Westfront gegen Nazideutschland - in der Normandie begann. 

Die Landung an den Stränden Nordfrankreichs mit den Codenamen Utah, Gold, Juno, Sword und natürlich dem wohl bekanntesten Omaha-Beach, erfolgte vor 81 Jahren vorwiegend mit Hilfe von tausenden Landungsbooten, begleitet von massiver Luftunterstützung.

Erstmals wurden von den Amerikanern M4-Sherman Panzer "schwimmfähig" umgebaut und so an den Strand geschickt. Allerdings kamen gerade mal 2 der 30 Panzer am Strand an, der Rest ging unter, teilweise mit Besatzung. 

In den ersten 6 Tagen der Operation landeten 326.000 Mann, 104.000 Tonnen Material und 54.000 Fahrzeuge in der Normandie, bis Ende Juni waren es 850.000 Mann.

Zwar gab es von den Deutschen an der Atlantikküste ein System von Verteidigungsanlagen, den Atlantikwall.  Allerdings rechnete die deutsche Führung damit, dass die Alliierten weiter östlich in Calais ihre Invasion starten würden, da der Ärmelkanal dort am schmalsten ist. 


Nach der Sicherung eines Brückenkopfs und dem Durchbruch bei Avranches (F)  Ende Juli 1944 war der erste Schritt gelungen. Ein Monat später, am 25. August 1944 wurde Paris befreit.  

An den Kämpfen nahmen Truppen aus den Vereinigten Staaten, Grossbritannien, Kanada, Polen, Frankreich, Neuseeland, Norwegen und weiteren Staaten teil.  
 

Die erfolgreiche Landung brachte der Sowjetunion im Osten endlich eine Entlastung der Roten Armee beim Kampf gegen die Wehrmacht. 

Doch was war der Preis...?

Ja, wir waren heute noch einmal (das letzte mal versprochen!) auf einem Soldatenfriedhof und ja, es ist eben genau derjenige vom Omaha Beach. 


Hier haben die Amerikaner ein Meer aus weissen Marmorkreuzen und Davidsternen aufgestellt. Fast  10'000 Stück in Reih und Glied, perfekt gemähter Rasen, die Anlage ist haargenau symmetrisch aufgebaut.

Es ist eindrücklich, erdrückend und doch wirkt dieser Ort surreal. Menschliche Grausamkeit trifft Perfektion. Die amerikanischen Flaggen wehen im Wind, die weissen Grabsteine leuchten in der Sonne und die zahlreichen Monumente, Kapellen und die Wand der Vermissten lassen quasi gefühlt verlauten:

"Wir, die USA, waren hier und haben für euch alle gekämpft, schaut an wie grossartig wir sind..."

Ich weiss es wirkt zynisch, aber die ganze Anlage wirkt so, als wäre sie von Anfang dafür konzipiert, aller Welt zu zeigen, wie grossartig, aufopferungsvoll und wichtig die USA für Europa war und ist... (bei war geh ich noch mit...). 

 

Eindrücklich ist die Anlage wie gesagt ohne Zweifel! Bei all der Schönheit und Gepflegtheit vergisst man aber schnell, wie dieser Friedhof, bzw. diese rund 10'000 Kreuze zu Stande kamen.


Wir haben trotzdem versucht ein wenig inne zu halten und den Männern der damaligen Greatest Generation ein wenig Ruhe und Ehre zu gebieten... 

Alleine am 6. Juni 1944 verloren alleine am Omaha Beach über 3'000 alliierte Soldaten ihr Leben.

Die Gesamtzahl der Opfer während der Operation Overlord vom 6. Juni (D-Day) bis zum 30. August (Rückzug der deutschen Truppen über die Seine) betrug über 425'000 alliierte und deutsche Soldaten. 


Ungefähr die Hälfte waren Deutsche, die andere Hälfte Alliierte. Von den alliierten Opfern stammten über 83'000 aus der aus Briten, Kanadiern und Polen bestehenden 21. Heeresgruppe. Rund 126'000 Tote waren Bodentruppen der USA.

In der Wand der Vermissten sind nebst den  9.387 Gräbern, 1.557 Vermisste der US-Armee aufgelistet. 

Insgesamt forderte der zweite Weltkrieg (1939 - 1945) über 60 Millionen Menschenleben. Fast die Hälfte davon in der Sowjetunion (13 Millionen Soldaten / 14 Millionen Zivilisten). 

60 Millionen...
...das entspricht der heutigen Gesamtbevölkerung Italiens, 3/4 von den heutigen Deutschen Einwohnern oder nimmt man als Beispiel wieder mal die Schweiz: Unser Land ist in diesem Krieg fast 7 mal komplett ausgestorben (worden)...

Am Eingang des Friedhofs befindet sich eine Kapsel, die am 6. Juni 2044, ein Jahrhundert nach dem D-Day, geöffnet werden soll. Sie enthält eine Botschaft von Dwight D. Eisenhower aus jenen Tagen. Eisenhower, der das Oberkommando der Alliierten unter sich hatte und später zum 34. US-Präsidenten gewählt wurde, richtet sich mit dieser Botschaft an künftige Generationen. 

Falls sich jemand gerade denkt: "hmmm die Bilder kenne ich doch".  Der Friedhof wurde durch den Spielfilm Der Soldat James Ryan berühmt, in dem der Protagonist das Grab des fiktiven Captain Miller (gespielt von Tom Hanks) besucht. Dieser Film ist aus meiner Sicht übrigens eine absolute Empfehlung!

Zum Abschluss, ein paar wenige Worte zum Stellplatz. Wir stehen auf der Weide eines alten Bauernhofes, zusammen mit zwei, drei - was auch sonst - Holländern. 

In einem 240 Seelendorf, etwa 80km nördlich von Paris, fühle ich mich fast wieder wie in meiner Kindheit. Paris? Normandie? Ja wir sind heute wieder ein gutes Stück gefahren und morgen geht es in die Region Champagne-Ardenne.

 7 Wochen sind um und es wird bald Zeit für die ersten Fazits... ging jetzt plötzlich doch ganz schnell!


14. Juni 2025 | 18:30 Uhr

Camping auf dem Bauernhof...

Hier in der Champagne, aber auch bereits in der Normandie, in Lothringen... eigentlich fast überall wo ich bisher war in Frankreich, gibt es vor allem eines: Landwirtschaft. 

Mehr als die Hälfte der französischen Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Frankreich ist der grösste Produzent von Getreide, Zuckerrüben, Raps, Rindfleisch und Eiern innerhalb der EU. 

Während den heutigen 250km Fahrt durchquerten wir Felder, welche teilweise eine Grösse aufwiesen, dass einem Schweizer Bauern die Spucke wegbleiben würde! Weizen, Gerste, Flachs und Mais. Riesige Flächen mit Zuckerrüben und Kartoffeln, verblühtem Raps und bald blühenden Sonnenblumen. 

Eine Pflanze hatten wir noch nicht zu 100% identifiziert. Für mich sah es aus, wie Buschbohnen - oder wie mein Vater sagen würde "Gruppli". Stéphi warf die Sojabohnen ins Rennen.

Nach kurzer Google Recherche die Auflösung: Erbsen!

Naja, immerhin irgendwas in der Kategorie Hülsenfrüchte, wir waren also nicht komplett daneben, dafür dass wir mit 90 km/h vorbeigefahren sind. 

Auf jeden Fall gibt es hier in der Gegend kaum bis gar keine Campingplätze, wie man das vielleicht von anderswo kennt. Ist es nun schwierig einen Stellplatz zu finden? Im Gegenteil!

Gefühlt gibt es in jedem Kuhkaff mindestens einen Bauernhof, der auch Stellplätze anbietet. Die meisten solcher Höfe haben nur wenige Stellplätze und sind sehr ruhig.  

Toiletten oder zumindest ein Plumpsklo und Duschen - manchmal halt nur kalt - gibt es aber so gut wie überall. Auch Strom kriegt man oft für einen Aufpreis von 2 Euro.

Was man hingegen eher weniger hat, ist freies Wifi und der Handyempfang ist oft eher mässig. Aber sind wir mal ehrlich, wer nicht gerade täglich einen Blog verfassen will, der braucht im Urlaub auch nicht immer Highspeed Internet...

Dafür hat man keine schreienden Animatoren, wie man es teilweise aus Italien kennt, keine Dauercamper, welche penibel darauf achten, dass die anderen nichts falsch machen, wie in Ostdeutschland...
...nur ein paar Holländer, ein paar Bauernhoftiere und zwitschernde Vögel!

UND: Auf so gut wie jedem Hof gibt es den hiesigen Champagner zu degustieren und/oder zu kaufen. Und das alles zu einem unschlagbar günstigen Preis!

Ich habe es gestern bereits angedroht! Auf uns warten einige Vergleiche, Fazits und Abschlussgedanken zur gesamten Reise. 

Morgen geht es nämlich ins kleinste und somit letzte Land Luxemburg. Anschliessend sind wir noch eine Nacht im Elsass, besuchen am Mittwoch auf dem Heimweg Stéphis Familie und am Donnerstag jene von mir. Am Freitag wird aus- und aufgeräumt und die ganze Europareise ist Geschichte.

Nach der ersten Woche hatte ich - damals in der Tschechischen Republik - das Gefühl, "WOW, das geht ja wirklich voll lange, 2 Monate Urlaub, sowas hatte ich noch nie, und es ist erst eine Woche um..."

Ähnlich erging es mir in Litauen nach Woche zwei und in Rovaniemi (F) nach Woche drei. Alles was danach kam, zog plötzlich wie ein Schnellzug an uns vorbei und nun sind wir keine 10 Stunden Fahrt von zuhause entfernt.

Stéphi meinte heute: "Wird schon komisch sein, zu Hause in einer Wohnung irgendwie..."

Sie hat recht, ist schon komisch, wenn man nicht aus dem "Haus" gehen muss zum Duschen... 
Ist schon speziell wieder der Spülmaschine den Abwasch zu überlassen und den Fernseher anzuschalten, um eine Serie zu schauen...
Es wird ungewohnt sein, wieder so viel Platz für alles zu haben...

Einige Dinge werden wir vermissen, einige haben wir jetzt 8 Wochen vermisst. (Geschirrspüler wir kommen  😍)

Es folgt ein erstes Zahlen-Fazit, ein grober Preisvergleich der Stellplätze auf unserer Reise durch 21 Länder in Europa.

Eingerechnet sind:
- 1 Wohnmobil (7.5m)
- 2 Erwachsene Personen
- Strom (wenn vorhanden)
- Dusche / Toilette
- Frischwasserauffüllung
- Grau- / Schwarzwasserentleerung
- div. Gebühren & Taxen

Preislich unterschieden ob mit oder ohne all die Zusätze unterhalb vom Strom wird übrigens nur in Deutschland... teilweise in Österreich und der Schweiz. Ansonsten bezahlt man eine Pauschale und einen Zusatz für Strom und gut ist...

In Skandinavien bezahlt meist einfach einen Fixpreis und da ist ALLES drin, ob Hund, Kind, Strom... da wird auch nicht unterschieden zwischen Camper und Wohnwagen... Alle sind gleich. Teilweise ist selbst die Saune im Preis inbegriffen!

Durchschnittlich bezahlt / pro Nacht
Schweiz:                 60-80 CHF*
Südosteuropa:     30-40 CHF*
Osteuropa:             20-25 CHF*
Skandinavien:      30-40 CHF**
D / A & NL / B:       25-40 CHF***
Normandie (F):     30-45 CHF***
Bauernhöfe (F):    10-20 CHF***

* Nebensaison
** Neben- / Hauptsaison
*** Hauptsaison


Hier in der Champagne campiert man in der Hauptsaison also unter Umständen eine ganze Woche zum Preis, wo es anderswo für eine oder zwei Nächte reicht.

Da nimmt man doch gerne in Kauf, dass man das Klopapier selbst mitbringen muss...
...was übrigens in Frankreich fast überall so gehandhabt wird, auch in der Normandie, wo man dann 44.40 Euro für eine Nacht bezahlt. 😉

In diesem Sinne, ich mach mich mal an die Vorbereitung für den Pizzateig... zum Jahrestag wurde sich nämlich noch einmal eine "Mafiatorte" gewünscht.

Mehr gibt es morgen aus Luxemburg!

15. Juni 2025 | 15:30 Uhr

Zum Schluss im schönsten Dorf Frankreichs oder sogar der Welt...

Heute Morgen sind wir bereits um 08:30 Uhr abgefahren in Richtung Elsass, Frankreich. Auf der Autobahn bot sich uns ein echt krasses Bild. 


Luxemburg hat nämlich nicht nur einen "sesshaften" Ausländeranteil von fast 50%, auch bei den Pendlern zeigt sich ein ähnlich enormes Bild.

In Luxemburg arbeiten nämlich rund 230.000 Grenzgänger. Diese Zahl macht etwa 47% der gesamten Erwerbsbevölkerung Luxemburgs aus. Mehr als die Hälfte davon kommt aus Frankreich. Aus Belgien und Deutschland reisen ebenfalls täglich jeweils über 50'000 Arbeitnehmer an.


So sind rund um die Hauptstadt die Autobahnen stadteinwärts aber sowas von verstopft, während wir stadtauswärts absolut freie Fahrt hatten. 

Der Stau auf der Gegenfahrbahn - auf dem ersten Bild unten -  zog sich weit über die Landesgrenze nach Frankreich hinaus.

Auf Google Maps entstand so auch ein bunter Mix. Rot für Stau, Gelb für stockender Verkehr und grün für normalfliessender Verkehr.

Für uns ging es heute also in Richtung Elsass, etwas genauer in die Gegend von Colmar (F). Ich persönlich habe eher schlechte Erinnerungen an die Stadt, da uns im letzten Camper Urlaub mit der Familie hier am letzten Tag das Wohnmobil aufgebrochen und diverse Geldbörsen, Schmuck und elektronische Geräte abhanden gekommen sind...

Eigentlich schade, denn die (Alt)Stadt ist echt hübsch, wenn auch ein wenig eng, aber das kennt man ja in Frankreich nicht anders.

Wir fuhren jedenfalls an Colmar (F) vorbei und parkten unser Fahrzeug in einem der schönsten Dörfer der Welt: Eguisheim (F)

Hier gibt es keinen Weizen, keine Gerste und keinen Mais mehr, hier wird die Landschaft von Millionen von Rebstöcken geprägt.

Das mit dem schönsten Dorf der Welt ist übrigens keine Erfindung von mir, Eguisheim gilt als genau das und wurde 2013 sogar zum "Lieblingsdorf der Franzosen" gewählt.

Inmitten der elsässischen Weinberge gelegen ist es bekannt für seine mittelalterliche Architektur, die bunten Fachwerkhäuser und den üppigen Blumenschmuck. 

Ich selbst bin glaube ich zum 4. oder 5. mal hier und es ist immer wieder toll durch diese engen Gassen zu schlendern, auch wenn der Touristenandrang unterdessen immer grösser wird.

Eguisheim (F) wurde in Kreisen um eine Burg angelegt. War der innere Kreis fertig, baute man einfach den nächsten etwas ausserhalb. So kann man heute die Altstadt quasi im Kreis ablaufen.

Im 19. Jahrhundert wurden grosse Teile der Burggebäude, darunter auch ein grosser achteckiger Bergfried, abgetragen. Ab 1886 wurde dort stattdessen eine neoromanisch-byzantinische Kapelle errichtet, alles zu Ehren eines Mannes.

Im Dorfzentrum unterhalb der Kappelle steht nämlich ein blumig geschmückter Brunnen, darauf eine Statue von Papst Leo IX., welcher hier im Juni 1002 in Eguisheim unter dem Namen Bruno von Egisheim-Gasburg geboren worden sein soll.

Nach dem Besuch im französischen Lieblingsdorf, ging es noch eine knappe halbe Stunde bergauf. 

Seht euch diese Strasse an... ein Paradies für jeden Schweizer!

Wir haben allerdings schnell gemerkt, dass es die Franzosen nicht so mit Kurven haben, wenn selbst mir im 7.5m Wohnmobil beinahe das Gesicht einschläft, wenn ich einem Peugeot 206 hinterherkriechen darf.

Naja, wir sind auf unserem wunderschönen Campingplatz angekommen. Wir liegen mitten in einem Wald und die Plätze sind so gross, dass sich ein deutsches Paar dazu entschloss, sich gleich mit auf unseren Stellplatz zu stellen... gibt ja nur noch 60 andere freie Plätze. Karten und Nummern lesen ist für manche schon eine Kunst!

Naja, es ist ja nur für eine Nacht, also solls uns recht sein. Wenigstens kann ich seit 10 Minuten zusehen, wie sie versuchen ihr Gefährt mithilfe von Keilen ins Lot zu stellen, während auf der anderen Seite ein Holländer daran scheitert sein völlig verknotetes Stromkabel  zu entwirren...

Profis bei der Arbeit! Ich halte mich da schweizerisch neutral raus, unterhaltsam zum Zuschauen ist es allemal. 😄

17. Juni 2025 | 14:50 Uhr

Übrigens, Multikulti-Resteverwertung von gestern Abend: