Österreich
Im Weinviertel im Osten Österreichs nächtigten wir an einem Badeteich.
Und weiter ging's nach...
Die fünf W's im Nachbarland:
Windkraft, Wein und Wunderschön warmes Wetter
Woran denkt man bei unseren östlichen Nachbarn als erstes?
Skifahren! Immerhin sind die Össis - natürlich hinter dem Schweizer Team - immer ganz vorne mit dabei im Ski Alpin.
Dann natürlich Wiener Schnitzel, Brathendl, Braterdäpfl, Kaiserschmarrn, Sachertorte... die Küche Österreichs ist herzhaft aber auch weltberühmt für ihre süssen Nachspeisen.
Nicht zuletzt MUSS man bei Österreich auch an Musik denken: Mozart, Bruckner, Strauss, Haydn oder Schubert, allesamt Grössen aus der Wiener Klassik und der späten Romantik.
Doch denkt man bei dem zweitgrössten DACH-Land mit dem sonderbar wunderbaren Dialekt als allererstes an Wein? Oder an Windkraft? Oder an sommerliches Wetter nahe den 30°C und strahlenden Sonnenschein?
Klar letzteres gibt es wohl überall irgendwann mal übers Jahr verteilt, doch es ist nicht das erstgenannte, das Gleiche gilt für den Wein.
Nichtsdestotrotz nächtigen wir heute im sogenannten Weinviertel. Das grösste Österreichische Bundesland "Niederösterreich" ist nämlich in vier Viertel unterteilt: Wald-, Most-, Industrie- und eben Weinviertel. Hier wird die Landwirtschaft durch Hektargrosse Felder mit Rebstöcken geprägt. Doch all das wird von einer Auffälligkeit immer und immer wieder wortwörtlich weggeblasen:
Bei der Windkraft denke zumindest ich als erstes an Norwegen oder Norddeutschland, aber ich wurde ja sowas von eines Besseren belehrt!
Wir fuhren heute durch den mir bisher unbekannten Osten Österreichs, also auf der Karte quasi rechts an Wien vorbei durch die Bundesländer Burgenland und Niederösterreich. Insgesamt 1278 (!) Windräder stehen hier auf den weitläufigen Agrarflächen verteilt und erbringen zusammen eine Jahresleistung von rund 3'600 Megawatt! Das sind rund 90% der gesamten Windenergie, welche das gesamte Land produziert. (Stand Ende 2024)
Zum Vergleich: Das AKW Mühleberg in der Schweiz produzierte rund 10% davon... ...und das war nicht abhängig von der Natur.
Der gesamte Stromverbrauch Österreichs lag im Jahr 2023 bei 61.08 TWh
(rund 61 Mio. MWh). Durch 24 Stunden und 365 Tage geteilt ergibt das eine Leistung von rund 6972 Megawatt.
Somit wird etwas mehr als Hälfte des im ganzen Land benötigten Stroms durch die Windparks hier im Westen bereitgestellt.
(Für Rechen- und Denkfehler wird keine Haftung übernommen, schiebt es einfach auf die pralle Sonne, die mir gerade den Nacken brät...)
Ein anderer witziger Vergleich unserer beiden Länder:
CH | Fläche: ~41'000km2 / Einwohner: 8.9 Mio / Stromverbrauch: 56 Mio MWh
A | Fläche: ~84'000km2 / Einwohner: 9.1 Mio / Stromverbrauch: / 61 Mio MWh
Wenn man bedenkt, dass alleine in Wien fast 1/4 der gesamten Landesbevölkerung lebt ist es nicht erstaunlich, dass unsere Nachbarn so viel Fläche für Windkraft und Ackerbau nutzen können und das auch tun!
Wir hätten euch gerne abwechslungsreichere Bilder der Landschaft mitgebracht, aber es ist hier schier unmöglich ein Bild zu machen, ohne mindestens eine Handvoll dieser sich langsam drehenden Kolosse mit drauf zu haben.
Trotzdem, unten noch ein Bild von der Basilika in Frauenkirchen (A) und unserer Überquerung der Donau. Zu guter Letzt natürlich auch von unserem Campingplatz schon fast an der Tschechischen Grenze. Leider ist der Badeteich hier gerade durch Blaualgen kontaminiert und wir müssen uns mit "Glace" und/oder Bier abkühlen... auch nicht so tragisch 😁
__________________________________________________________
Ach wisst ihr wieso der heutige Tag sowohl für Fahrer, wie auch für Fahrzeug eine absolute Wohltat war?
A) Die Strassen waren wieder gut... und ich meine richtig gut! Keine Schlaglöcher, keine Rumpelpisten, kein "ohje jetzt fliegt uns gleich der Aufbau weg".
B) Es gibt hier wieder Geschwindigkeitsangaben am Strassenrand. Das klingt banaler als es ist. In den letzten Destinationen war es oft ein Rätselraten, ob man jetzt 90 fahren darf oder vielleicht doch nur 70 oder 50? Auf die anderen Verkehrsteilnehmer war auch nur so halb verlass. Hier hält man sich wieder an die Angaben und kann - falls man mal ein Schild verpasst hat - sich einfach den Einheimischen anpassen!
__________________________________________________________
Apropos Einheimische, eine kleine Anekdote zum Schluss:
Wir waren tanken und ich habe den älteren Herrn dort gefragt, ob sie denn hier vielleicht eine Toilette hätten, welche wir kurz benutzen dürften...
...in klassisch österreichisch trockner, direkter und ehrlicher Manier kam sogleich die Antwort: "Näääh..."
Nun... wenigstens weiss man da sofort Bescheid! 🙃
02. Mai 2025 | 17:00 Uhr