Hausboot Burgund 
Juni / Juli 2026

Freitag, 03.07.2026: 
Ein letztes Mal heisst es: "Volle Kraft voraus"

Nachdem wir gestern in dem kleinen Bistro einen nicht ganz so kleinen Croque Monsieur verspeist und den Abend gemütlich ausklingen lassen haben, ging die Reise heute weiter und zurück in die Bootsbasis in Fontenoy le Chateau (F).

Auch heute waren sämtliche Schleusen bereits für uns vorbereitet und wir kamen ohne Wartezeiten am Ziel an. Besser gesagt, kurz vor dem Ziel, wo wir noch einen kleinen Zwischenstop um die Mittagszeit einlegten.

Direkt am Kanal stand ein kleines Restaurant im Blockhausstil, dekoriert mit zig verschiedenen Teddybären. Eine kleine Schiefertafel direkt am Kanal lockte uns von Bord und wir genossen einen aussergewöhnlich leckeren und frisch zubereiteten Gaumenschmaus:

Ein frischer Zucchinisalat, garniert mit knackigen Kernen zur Vorspeise, eine Mischung aus Bruschetta und Pizza belegt mit Speck, getrockneten Tomaten und Sauerrahm zur Hauptspeise und eine Cappuccino-Schnitte zum Nachtisch. Dazu gab es ein belgisches Spezialbier.

Nachdem wir die letzten engen Kurven des Canal des Vosges  durchfahren, die wunderschönen Sonnenblumenfelder in der Umgebung betrachtet und die letzte Schleuse hinter uns gelassen haben, stehen wir bereits am Hafen angelegt.

Zum Abendbrot köchelt bereits wie gestern angekündigt ein selbstgemachtes 

 Bœuf Bourguignon - oder in unserem Fall ein Veau Bourguignon - auf dem Herd, dazu gibt es Schweizer Rösti. So können wir uns bereits wieder etwas unserer Heimat widmen und morgen die Heimfahrt antreten.

Bis bald, auf Wiedersehen!


03.07.2026 | 19:15 Uhr

Donnerstag, 02.07.2026:
Zurück auf dem Canal des Vosges

Nach einer lang ersehnten kühlen Nacht starteten wir den heutigen Tag mit einem ausgiebigen Frühstück direkt am Anliegeplatz an einem der dortigen Steintischen.

Anschliessend ging die Fahrt weiter zurück über die Saône  bis nach Corre (F), wo wir nach einer kurzen Panne wieder eine Funkfernbedienung fassen konnten.
Auf der Saône wurden die Schleusen nämlich vor den Toren per herunterhängendem Schlauchstück über einen elektrischen Drehmechanismusimpuls in Gang gesetzt. Auf dem Canal des Vosges  befindet sich ca. 100m vor der Schleuse ein Funkempfänger, welchen man per Fernsteuerung aktivieren muss, um eben die vollautomatische Vorbereitung der Schleuse zu betätigen.

Nach einem kurzen Getränke-Kauf-Stop in Corre (F) ging es dann noch vier Schleusen weiter auf dem Kanal und wir erreichten unser heutiges Ziel: Die Anlegestelle beim kleinen Badeplatz, welche wir schon letzten Samstag angefahren haben.

Über uns flogen mehrmals einige Mirage Kampfjets hinweg. Stationiert im rund 120km entfernten Dijon führen diese Flieger der Französischen Armee regelmässig Übungsflüge durch das Burgund durch. Bis Ende der 1990er Jahre bildeten die Mirage Kampfjets auch in der Schweizer Armee das Rückgrat der Luftwaffe. Die letzten Flüge für die Armee fanden 2003 statt.

Der Verein Espace Passion ermöglichte es jedoch, ein Flugzeug flugtauglich zu erhalten. Die zweisitzige Mirage nahm seit 2008 an verschiedenen Flugshows teil. Zudem führte Espace Passion mit der Maschine jährlich rund 24 Passagierflüge durch. Ein Flug kostete läppische 15'000 Franken. Damit war aber im Jahre 2023 ebenfalls Schluss und somit sieht - und hört - man diese Jets in unserer Heimat nicht mehr am Himmel.

Wir statten jetzt gleich dem kleinen Bistro an unserem Anlegeplatz erneut einen Besuch ab. Zu Essen gibt es laut vorheriger Erkundung zwar "nur" ein paar Snacks wie Croque Monsieur oder Pommes Frites. Bei dem Wetter braucht aber auch niemand ein Bœuf bourguignon...

...natürlich braucht man ein Bœuf bourguignon, wenn man schonmal im Burgund ist. Das gönnen wir uns aber morgen Abend natürlich selbst gekocht, wenn wir die letzte Nacht in der Basis verbringen.😋  

 02.07.2026 | 19:05 Uhr

Mittwoch 01.07.2026: 
Das erste Mal "Wildcampen"...

Nach dem Wendepunkt heute Morgen geht es nun langsam aber stetig zurück in Richtung Fontenoy le chateau (F), wo wir am Samstagmorgen unser temporäres Zuhause schon wieder abgeben müssen.

Mit einem kurzen Zwischenstopp in Port sur Saône (F) - wir hatten mal wieder kein Bier mehr, durstiges Wetter lässt grüssen - ging es heute bis in die Nähe von Baulay (F). Für den Zwischenhalt hatten wir übrigens auch eine vernünftige Ausrede: Die Butter würde laut Hochrechnungen noch bis Morgen reichen. So kam abermals ein kleiner Ausflug in den rund 1km entfernten Netto auf den Plan und wir sind wieder ausgerüstet. Ausserdem konnte Kapitän Murmel erneut sein Lieblingsparkmanöver durchführen: Rückwärts anlegen.

Ausserdem haben wir heute noch einen dritten Kühlschrank unterhalb der Sitzbank auf Deck entdeckt. Dieser hätte sogar ohne Batteriewechsel funktioniert. Hätte man am Anfang eine Einführung erhalten, die über "Hier ist der Schlüssel, viel Spass" hinaus gegangen wäre, hätte man das vielleicht bereits von Anfang an gewusst und nutzen können...

...wie dem auch sei, heute nächtigen wir an einer wunderschönen Naturanlagestelle. Das Schiff steht momentan noch in der Sonne, was bei dem windigen und deutlich angenehmeren Wetter heute nur halb so tragisch ist. Allerdings konnten wir den Tisch, die Stühle und all den dazugehörigen Plunder bequem vom Boot hiefen und haben unter einer schattigen Trauerweide einen wirklich erholsamen und gemütlichen Platz gefunden. Es gibt sogar Leute in unserem Reiseverband, die bereits wieder einen dünnen Pullover anziehen, da es "etwas frisch wird".


Morgen geht es dann weiter zurück über Corre (F) zurück auf den Kanal in Richtung Nordosten. Unser morgiges Ziel: Jener Anlegeplatz bei dem kleinen Flussbad, welchen wir schon am ersten Tag angesteuert haben. Das wird somit mit über 30km und rund 10 Schleusen zwar der mit Abstand fahrintensivste Tag, dafür können wir dort nach einem erfrischenden "Schwumm" im kühlen Nass auch noch in dem bisher einzig gesichteten geöffneten Restaurant einen Absacker geniessen.


01.07.2026 | 16:40 Uhr

Dienstag, 30.06.2026: 
Das erste Halbjahr endet, die Hitze bleibt...

Nach einer relativ kurzen Fahrt nächtigen wir heute in einem der Häfen von Scey-sur-Saône-et-Saint-Albin (F).

Die Fahrt heute war geprägt von Wolken, vereinzelten Regentropfen, viel Sonnenschein und kühlem Fahrtwind, kurzum es war sehr wechselhaft. Da es aber nie wirklich zu grösseren Regenschauern kam, blieb die Luft zwar mit "nur" etwa 31°C einigermassen kühl, dafür aber umso schwüler und stickiger.

Wir vertrieben uns den Nachmittag mit Kartenspielen, Sonnenschirmen umstellen, Essensvorbereitungen der nächsten Tage, Sonnenschirmen umstellen und der Planung vom Rückweg... dazwischen wurden immer wieder Sonnenschirme umgestellt damit auch unsere ältesten Passagiere - Oma und Opa Murmel - die Hitze einigermassen prästierten.

Zeit um mal wieder einen meiner heissgeliebten Kultur- und Geschichtseinblicke aufleben zu lassen!

Gebiete zwischen Mittelmeer und Nordsee trugen seit der Spätantike den heutigen Namen Burgund. Ausgehend von der Besiedelung der heutigen Westschweiz und Südostfrankreich durch den germanischen Stamm der Burgunder entwickelte sich im Frühmittelalter das Königreich Burgund.

Zwischen 543-843 n. Chr. war Burgund ein Teilreich des Fränkischen Reiches... während meiner Recherche merke ich gerade, was ich mir mit diesem geschichtlichen Einblick angetan habe und versuche mich kurz zu halten:

Im 11. Jahrhundert zum heiligen römischen Reich gehörend, spaltete sich das Burgund später wieder ab, konnte sich aber nie als eigenständiger Staat durchsetzen und es gab eigentlich nie wirklich geregelte Grenzverläufe dieses Gebiets. Mal gehörte man zu den Niederlanden, mal zum eben genannten heiligen römischen Reich oder zum Westfrankenreich.

Besonders Letzteres prägte die Geschichte  und die Kultur des Burgunds. Namen wie König, später Kaiser Karl der Grosse, Kaiser Karl II. der Kahle oder Kaiser Karl III. der Dicke waren wichtige Figuren in der Geschichte der Franken und somit eben auch in jener der Burgunder.

Heute ist das Burgund lediglich Teil einer Französischen Region: La Bourgogne-Franche-Comté, bekannt für seine vielfältige - und aus meiner Sicht absolut geniale - Weinkultur, Dijon-Senf, Boef Bourguignon und Coq au Vin. Man merkt, für alle Kulinariker unter uns ein Paradis, gäbe es denn da ausserhalb der Grossstädte überhaupt noch vernünftige Restaurants.

Selbst in der Geburtsstube DER Weltküche schlechthin, merkt man besonders nach der Corona Pandemie ab 2020 einen starken Rückgang der Gastronomie. Dazu kommt das grosse Problem der Stadtflucht in ganz Frankreich. Teilweise findet man Dörfer vor, welche vor 20 Jahren lebhaft bewohnt waren, heute jedoch an kleine Geisterorte erinnern. Eine Bäckerei gibt es vielerorts noch, die ganzen "Boucherien", "Charcuterien" und "Fromagerien" sind so gut wie ausgestorben. Restaurants und Cafés mussten geschlossen werden und kleine Dorfläden werden dicht gemacht.

Resultat: Wenn man auf dem Hausboot unterwegs ist, angewiesen auf nahe Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten wird es hier besonders schwer. Heute morgen sind wir 30 Minuten zu Fuss in einen Supermarkt gelaufen, um uns für die nächsten 3 Tage mit Lebensmittel und Getränken einzudecken. Bei Temperaturen an die 30°C, morgens um 08:00 Uhr ein kleiner Krampf.

Trotzdem, Landschaftlich bietet das Burgund sehr viele schöne Einblicke und die Kulinarik kann man sich mit etwas Übung und Leidenschaft selbst auf den Tisch zaubern...

30.06.2026 | 23:15 Uhr

Montag, 29.06.2026:
Endlich auf der Saône... unterwegs in der Natur

Mit neuen Batterien, einem frisch gefüllten Wassertank und deutlich angenehmeren Temperaturen machten wir uns heute weiter auf den Weg in Richtung Gray (F).

Nach nur einer Schleuse in Corre (F) mündete der Belgien und Nordostfrankreich indirekt mit dem Mittelmeer verbindende Canal des Vosges in die Saône. Mit 473km ist dieser Fluss zwar gerade einmal ein Drittel so lange wie der Rhein, durch seine sehr langsame Fliessgeschwindigkeit allerdings ideal für Hausboote wie wir sie fahren.

Der Flusslauf schlängelt sich durch dichte Wälder, weite Agrarflächen und es ist eine echte wohltat mal mehr als 6km/h fahren zu dürfen. In den meisten Kanälen ist die Geschwindigkeit nämlich so niedrig angegeben, damit durch die vom Schiff verursachten Wellen die künstlichen Ufer nicht unterspülen und zerstören können.

An den meisten Stellen ist die Saône geschätzt drei bis acht mal so breit wie der schmale Canal des Vosges und somit wirkt alles viel offener, natürlicher und angenehmer zu befahren. Die Bäume die teilweise weit vom Ufer her übers Wasser ragen verwandeln die Landschaft in einen wunderschönen grünen Mix aus Laub, Wasser, Gras und Büschen.

Bei der Schleuse vor Conflandey (F) wurde es heute besonders interessant. Sie befindet sich direkt neben dem Wehr, einem kleinen "Wasserfall", welcher selbstredend für Boote eher semioptimal passierbar ist. Da Hausboote wie unseres kaum genug Leistung haben, um gegen etwas stärkere Strömungen anzufahren kann es an solchen Stellen schonmal spannend werden, wenn man die doch eher enge Ausfahrt in Richtung Schleuse verpasst. Aus Erzählungen der älteren Generation ging hervor, dass es an exakt dieser Stelle vor Jahren einmal etwas brenzlig geworden ist. Wir allerdings haben die Schleuseneinfahrt erwischt und konnten das Wehr dann von unten bestaunen.

Die Quelle der Saône liegt übrigens im 150 Seelendorf Vioménil (F), einem Dorf mit rund 150 Einwohnern im Gemeindeverband Les Vosges côté Sud-Ouest, im Kanton Le Val-d'Ajol, wiederum im Arrondissement Neufchâteau, Teil des Departement Vosges, welches ein Part der Region Grand Est darstellt. Diese Region liegt natürlich in Frankreich, welches seines Zeichens ein Staat in Europa auf dem Planeten Erde verkörpert. Die Mündung in die Rhône liegt bei Lyon (F), dies sollte den meisten eher ein Begriff sein.

Wie dem auch sei, heute erreichten wir nach knapp sechs Stunden Fahrt bei deutlich angenehmeren Temperaturen Port sur Saône (F), ein nettes 3'000 Seelen Dorf mit einem doch einigermassen grossen Hafen. Auch hier kann man für eine kleine Gebühr die Sanitäranlagen nutzen und spart sich somit das für ausgewachsene Menschen doch eher unbequeme Duschen auf dem Boot. Allerdings ist es auch hier, wie leider vielerorts, fast ein Ding der Unmöglichkeit a) Auswärts essen zu gehen und b) alltägliche Dinge einzukaufen...

Nach einem weiteren traditionell französischem Abendessen - erzwungenermassen selbstgekocht - geniessen wir gerade um 21:20 den Sonnenuntergang und den merklichen Temperaturabstieg.  Das heutige Menu: Entenbrust an einer Rosmarin-Orangensosse und Rotkraut. Dazu etwas weniger französische Semmelknödel und ein gutes Glas Rotwein aus der Region.

Morgen geht es dann das letzte Mal in Richtung Südwesten, bevor wir am Mittwoch dann wieder den Rückweg antreten...


29.06.2026 | 21:42 Uhr

Sonntag, 28.06.2026: 
Zweiter Tag, kurze Fahrt, neue Batterien

Nach einer einigermassen kurzen aber doch erstaunlich erholsamen Nacht traf man sich heute bei einem ausgiebigen Frühstück bestehend aus starkem Kaffee, französischem Käse, Wurst, Brot und Früchten. Dazu Zimtschnecken aus der Heimat, gebacken von Stéphi und selbstgemachter Konfitüre von Mama Murmel.


Nach einem Telefonat in die Werft und dem Versprechen, dass unser Stromproblem behoben werden sollte, machten wir uns auf die Weiterfahrt. Nach gerademal vier Schleusen und nur wenigen Kilometern machten wir in Corre (F) im Hafen einen erst provisorischen, doch schnell mal sehr definitiven halt.

Hier konnten wir über den Landstrom wenigstens wieder 230V Strom anschliessen und unsere Kühlschränke funktionieren seither wunderbar.
Am Anlegepunkt befindet sich sogar ein kleiner Baum, welcher angenehmen Schatten spendet und so konnten wir einigermassen erträglich auf den Mechaniker von der Vermietung warten und später auch zu Abend essen.

Ebendieser Mechaniker hat uns übrigens alle fünf Batterien ausgetauscht. Eine Starterbatterie für den Motor und vier Aufbaubatterien für Licht, Steckdosen, Pumpen, Kühlschränke etc. Wir werden morgen sehen, ob und inwiefern das Ganze so funktionieren wird.

Immerhin waren die Temperaturen heute deutlich angenehmer. Kaum über 35°C kletterte das Thermometer in die Höhe. Unterstützt durch einige Wolken und vereinzelte Regentröpfchen konnten wir so die Hitze einigermassen gut wegstecken.

Nach einem erholsamen Nachmittag gab es heute eines der wohl typischsten Französichen Gerichte zum Abendbrot: Coq au Vin - in einem Rotweinsud langsam geschmortes Hähnchen mit Wurzelgemüse und Bandnudeln... Grundsätzlich eine sehr leckere Angelegenheit. Ob es optimal ist, dass man bei immer noch fast 40°C Innenraumtemperatur gute zwei Stunden auf dem Gasherd ein ganzes Huhn durchgaren lässt, sei dahingestellt...


Es war auf jeden Fall sättigend, wir sind wohlauf und dank neuer Batterie auch etwas besser gelaunt als noch gestern. Morgen geht es dann weiter in Richtung Gray (F) und wir freuen uns auf eine weiter Abkühlung!

Wir verabschieden uns für heute und widmen uns den Brett- & Kartenspielen...
...bis morgen! 😉


28.06.2026 | 20:55 Uhr

Samstag 27.06.2026: 
Erster Tag, Start in Fontenoy le chateau (F)

Am Samstag um 11:30 Uhr trafen wir am Bootsverleih in Fontenoy le chateau (F) ein. Obwohl die Mittagssonne noch nicht einmal ihren Zenit erreicht hatte, herrschten bereits weit über 30°C. Dies sollte aber erst der Anfang eines ereignisreichen Urlaubsstarts werden...

Kaum war alles eingeräumt gab es eine - wirklich sehr sehr sportliche - Einführung über unser Boot und dann hiess es volle Kraft voraus. Dass man uns noch zwei Fahrräder mitgeben sollte, hat man dann kurz vor dem Ablegen auch noch festgestellt und das Ruder wurde doch noch freigemacht... naja, wir fuhren also auf dem Canal des Vosges  in Richtung Westen ab.

Circa 15km und einige Schleusen später kamen wir in einem kleinen Örtchen an, direkt nach einer noch heute manuell betriebenen Zugbrücke. Nur leider war "Manuel" gerade anders beschäftigt und wir dümpelten fast 20 Minuten vor der Brücke herum.
Wir sprachen einen Mann am Ufer an und fragten ihn, ob er Französisch spräche, er zuckte mit den Schultern. Selbe Reaktion bei der Nachfrage über die Beherrschung der Englischen oder Deutschen Sprache.
Wir hakten nach und fragten, ob er nicht bei dem Wärterhäuschen nachschauen könne, was da los sei. Abermals zuckte er mit den Schultern und antwortete völlig selbstverständlich auf englisch: "no" ... Nett... dachten wir und hakten nach "why not?" - "there ist nobody" war sogleich die Reaktion...
Für uns auf dem Boot war die Situation gar nicht mal so angenehm: 39°C im Schatten - auf Kanälen hat man selten viel Schatten - und wirklich kein einziges winziges kleines Windchen.

Als sich die Zugbrücke dann doch noch dank zwei Zigaretten paffenden und wirklich äusserst gemütlich arbeitenden Franzosen öffnete konnten wir ebendiese passieren und direkt anschliessend anlegen.

Die Sonne knallte, das Boot wurde mehr und mehr zu einer Sauna und man schwitzte allein nur vom Sitzen. Gottseidank hörten wir in der Nähe einige Kinder plantschen und so machte sich ein erster Auskundschafts-Trupp auf die Suche. Tatsächlich, direkt neben dem Kanal befand sich ein halbwegs sauberer Bach, der Côney. Dieser wird in dem Dorf etwas zurückgestaut wird. Sofort wurden Badeklamotten montiert und man machte sich auf den Weg.

Erschöpft, verschwitzt und durch die Hitze ehrlich gesagt eher schlecht gelaunt kamen wir an dem kleinen Badestaudamm an und gönnten uns erstmal eine Erfrischung. Das Wasser war eher trüb und um die 25°C, bei diesen Temperaturen aber eine Wohltat! Später holten wir unseren Grill, sämtliche Zutaten und alles nötige für ein Abendessen an genau diesem schattigen Badeplätzchen.

Während ich diese Zeilen schreibe ist es ungefähr 23:50 Uhr und unser Motor läuft wieder... nein wir fahren heute nirgends mehr hin. Das nächste Problem: Die Aufbaubatterie oder der Ladebooster der Aufbaubatterie ist tot... heisst im Umkehrschluss, unsere Kühlschränke laufen nur, wenn wir entweder am Landstrom hängen oder eben der Motor läuft.

Da wir für die nächsten drei Tage bereits eingekauf haben und wir unter anderem keine Lust auf ein ganzes Hähnchen haben, welches bei 40°C wieder zu neuem Leben erwacht, lassen wir die Kühlschränke so noch etwas runterkühlen.

Schön, dass man mittlerweile etwas Erfahrung und Ahnung von Camping und Hausbooten hat und die Fehler selbst diagnostizieren kann, das Beheben wird allerdings schwierig. Leider haben wir keine neue Aufbaubatterie oder einen zusätzlichen Ladebooster dabei. Morgen wird erstmal mit der Werft telefoniert und dann schauen wir weiter...

Wir wünschen euch eine gute, hoffentlich letzte dermassen unerträglich heisse Nacht und grüssen aus der momentan immer noch fast 40+C warmen Sardinenbüchse... mit laufendem Motor... und einem halb gekühlten Hähnchen... seufz...

Übrigens, Aussentemperatur momentan, stand 00:27 Uhr: 27°C
Kabinentemperatur, stand 00:27 Uhr: Schwer einzuschätzen, ich würde auf so 32°C tippen...🫠 



28.06.2026 | 00:28 Uhr